Gestern morgen noch schrieb ich hier wie die nächsten Tage aussehen werden. Von viel Schweiss und Arbeit war die Rede.Pustekuchen! Das hat sich wenigstens für Heute erledigt.
Was ist passiert?
Ein Nagel, in Fachkreisen auch als Drahtstift bekannt, bohrte sich zu früher Stunde in die Ferse meines schlanken linken Fußes. Nachteil bei solch einem Vorgang ist das man den Nagel erst spürt wenn er sich bereits im Körper befindet. Erschwerend kommt dann noch die Tatsache hinzu, dass auf Grund eines großen Vorkommens von Hornhaut die elektrischen Impulse der Nervenenden vom Gehirn falsch bis gar nicht gedeutet werden, so dass der Nagel genug Zeit zur Verfügung hat richtig tief in besagtes Körperteil vorzudringen.
Um es auf den Punkt zu bringen. Ich bemerkte mein Mißgeschick erst als ich mich wunderte warum ein Stück Dachlatte an meinem Fuß hängt. Nachdem der visuelle Kontakt mit dem Holz hergestellt war bequemte sich dann auch mein Hirn mir einen Eindringling zu melden in Form eines ausgeprägten Schmerzes.
Doch ich bin ja nicht aus Zucker und Indianer weinen auch nicht. Ok, ich bin kein Indianer. Dennoch ignorierte ich den Schmerz, verarztete meinen armen Fuß mit Salbe nebst Pflaster und arbeitete munter weiter. Den zunehmenden Schmerz begründete ich mit der Tatsache das ich auf Bauschutt meine Arbeit verrichtete und Arbeitsschuhe trug, die alles andere als bequem sind.
Als meine Frau dann Nachmittags aufstand – sie hatte in der Nacht zuvor ihre letzte Schicht beim Frittentempel absolviert – zeigte ich ihr meinen formschönen Fuß. Ihre Begierde nach meinem Astralkörper unterdrückend – ja, meine Füße können durchaus ein gewisses Verlangen bei dem weiblichen Geschlecht auslösen – sagte sie nur wenig: “Der Einstich ist schwarz, darum ist es rot – Krankenhaus!”
Prima! Also Krankenhaus! Die Notaufnahme proppevoll. Ein ältere Dame die sich auf der Straße lang gemacht hatte – sah aus wie das letzte Einhorn. Noch eine ältere Dame im Rollstuhl mit starken Rückenschmerzen. Ein Mann, keine Ahnung was dem fehlte, doch er sah scheiße aus. Dann ich! Der Arzt säuberte die Wunde, schickte mich zum Röntgen – Befund in Ordnung. Am Knochen ist nichts und Fremdkörper sind auch keine im Fuß. Danach noch mal desinfizieren mit einem Fußbad. Der Arzt schreibt einen Bericht, die Schwester verbindet meinen Fuß und gibt mir eine Tetanusimpfung in den Allerwertesten. Dabei seufzt sie leise.
Habe ich schon erwähnt das die Damenwelt mitunter in Ekstase verfällt wenn sie meinen Körper erblickt? Jetzt mal ganz im Ernst. Ich habe zwar das ein oder andere Fettpolster, doch mein Po ist immer noch knackig wie am ersten Tag. Da kann ich die Schwester schon verstehen wenn sie ins schwärmen kommt. Aber ich bin meiner Frau treu – sorry Ladies!
Na ja, auf jeden Fall werde ich heute nicht arbeiten sondern meinen armen wenn auch schönen Körper, vor allem den Fuß, pflegen. Wenns dann Morgen etwas besser geht mit dem Auftreten mache ich weiter.
Der Nagel existiert übrigens nicht mehr. Wer sich mit mir und meinem Fuß anlegt muss damit rechnen eliminiert zu werden! Also, ihr Nägel da draußen, überlegt es euch in Zukunft genau ob ihr es mit mir aufnehmen wollt!