Heute am späten Nachmittag. Ich gehe mal wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nach und buddel mich am Straßenrand durch Teile unseres Grundstücks. Plötzlich kommt mit viel Getöse ein Opel Vectra angebraust und hält neben mir an. Ein junger Mann, lässig den Ellenbogen auf dem Fensterrahmen geparkt, schaut mich cool an und fragt: “Is Lisa da?”
Ich frage zurück: “Wer bist DU denn?”
Diese Frage ignoriert er und legt nach: “Oder der Achim. Wo sind die?”
Auf Grund meiner positiven Einstellung der Jugend gegenüber bleibe ich ruhig und erwidere: “Wer will das denn wissen? Wer bist du?”
Augen verdrehend und leicht genervt presst er heraus: “Ein Kollege.”
Aha, ein Kollege – toll!
Nun mache ich durch eine eindeutige Körperhaltung und vor allem auch meiner leicht gereizten Tonlage deutlich das ich dieses Spiel nicht mehr lange mitspiele: “Sag mal, haben dir deine Eltern keinen richtigen Namen gegeben? Hattest wohl eine schwere Kindheit, wa!”
Nun endlich lässt sich Mr. “Ich-bin-viel-cooler-als-du” dazu herab mir seinen Namen zu verraten. Er nuschelt: “Daniel ……”
“Geht doch!” , denke ich mir im Stillen und gebe die verlangte Auskunft: “Keine Ahnung wo die sind. Versuchs mal im Park. Da chillen die meistens rum.”
Leicht irritiert über meine Ausdrucksweise rauscht Mr. “Ich-bin-wirklich-cool” ab.
Sagt mal, ihr Buben da draußen, die ihr zum rasieren ein Handtuch nehmt und ihr Mädels, die ihr immer noch kichert wenn ein Junge an euch vorbei geht. Habt ihr das wirklich nicht gelernt das man ein Gespräch immer mit einer freundlichen Grußformel beginnt und wenn man sein Gegenüber nicht kennt auch der Name nicht schaden kann.
Ihr könnt ja gerne in eurer Kinder Jugendsprache reden. Müsst nicht unbedingt “Guten Tag” sagen. Ein einfaches “Hallo, mein Name ist Daniel!” oder “Hey, ich bin der Daniel!” reicht schon. Auch ein cooler Spruch ist nicht verboten, je nach Situation. Aber so ganz ohne Gruß und Vorstellung läuft das bei uns nicht. Schon gar nicht wenn von mir eine Auskunft verlangt wird.

