Dieser Gastbeitrag wurde von Alexander Baumbach geschrieben!
Social Networking im Web 2.0. Vor einigen Jahren wäre diese Wortgruppe noch harter Tobak gewesen, und man hätte länger drüber nachdenken müssen. Warum sollte man das eigentlich heute nicht mehr? Wenn man es tut, macht es trotzdem Sinn. Facebook, MeinVZ, Twitter und Skype für Blogger – und warum es Sinn macht, sich dort anzumelden:
Social Networking ist ja eine Art Plauderstunde im World Wide Web. Wenn man früher mal gesagt hat “He, ich ruf ein paar Freunde an, wir treffen uns auf ein Bier und ratschen mal wieder so richtig!” dann kann man das heute in den einschlägigen Plattformen quasi auch tun. Ohne Bier, ohne physische Beisammenkunft – dafür aber auch mit der Möglichkeit, verbal miteinander zu kommunizieren, Fotos herumzuzeigen, Musikgeschmack zu diskutieren (mit Links zum Anhören). Also fast wie im richtigen Leben. Nur mit ohne das man beieinander sitzt. Für mich als alleinerziehenden Vater, der abends meist Präsenzpflicht im Stockwerk unter Riekes Kinderzimmer hat, ein Traum!
Und dann gibt es ja da noch dieses seltsame Twitter. Das Twittern “Zwitschern” heißt, sollte ja mittlerweile der durchschnittlich interessierte Zeitungsleser in Mitteleuropa auch schon mitbekommen haben. Aber mal Hand aufs Herz: Wer von den Nicht-Bloggern und Non-Nerds hat denn schonmal selbst getwittert? Warum sollte also diese Plattform interessant sein? Da treffen sich doch eh nur die Nerds – und die sind ja mitunter nicht unbedingt Zielgruppe für meinen Blog! Das sind ja dann doch eher die Freunde und Bekannten aus dem realen Leben, oder Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben wie ich…
Und was ist denn nun das tolle an Social Networks für einen Blogger? Ganz einfach: Hier gibt es eine Möglichkeit, mit seinen Freunden aus dem realen Leben die Inhalte des eigenen Weblogs auszutauschen. Twitter benutze ich hier als Werkzeug, meine neuesten Blogartikel bekanntzumachen. Für WordPress (Basis für mein Blog) gibt es mehrere Plugins, die einen neuen Artikel mit seiner Überschrift und einer abgekürzten URL direkt als Twitter-Nachricht verbreiten. Für andere Content Management Systeme gibt es sicherlich auch was – und wenn nicht, dann gibt es auch Webservices, die in einer bestimmten Zeitspanne den RSS-Feed der Seite abrufen. Wenn es eine neue Überschrift gibt, geht diese dann auch automatisch weiter in die Zwitscherwelt.
Und da meine Freunde fast alle nicht bei Twitter angemeldet sind – oder wenn, dann sovielen Leuten folgen, dass sie meine zwei-drei Tweets am Tag übersehen würden, habe ich meinen Facebook- und MeinVZ-Account an Twitter angeschlossen. Und immer wenn ich etwas zwitschere, schlägt das automatisch in diese beiden Netzwerke durch. Effekt: Die verkürzte URL wird mit übertragen, und wenn jemand Interesse an einer Überschrift hat, dann bekomme ich meine interessierten Besucher aus eben diesen Quellen. Merke: interessante Überschriften sind hier wichtig! Bei Facebook gibt es außerdem noch die Möglichkeit, sich in den “NetworkedBlogs” anzumelden. Das ist eine Art Feedreader im Facebook selbst – und führt durch die Vernetzung Gleichgesinnter auch wieder zu interessierten (und interessanten) Besuchern.
Nachteile: keine, die mir adhoc einfallen.
Aber: “qualitativ hochwertige” Besucher kommen natürlich auch verstärkt aus einer anderen, eher “klassischen” Quelle. Ich rede hier von anderen Weblogs. Über die Wochen und Monate, die man so einen Blog betreibt, verirrt sich doch zufällig der eine oder andere Kollege auf das eigene Schreibportal, hinterlässt einen Kommentar (mit URL zum eigenen Blog) – und der gute Ton (und die Neugierde) gebietet natürlich einen Gegenbesuch. So sind über die letzte Zeit sehr viele interessante Weblogs in meinem Feedreader gelandet. Und wer hier dann genauso gern und oft kommentiert, wie er sich das für das eigene Weblog erwartet, bekommt ganz ordentlich Traffic auf die eigene Seite. Ist nicht jedermanns Zielstellung, führt aber mit Sicherheit zu interessanten Gesprächen. Und die stecken doch eigentlich bei fast jedem von uns hinter der Idee, seine eigenen Gedanken und Texte für die Weltöffentlichkeit im Netz transparent zu machen.