Onkel Dieter schlägt zu

Wer kennt es nicht? Dieses Magazin mit den extrem vielen bunten Bildern, poppig und peppig aufgemacht. Mit Tipps für alle Lebenslagen, in die ein junges Leben geraten kann – die BRAVO!

Kultstatus hat sie über die Jahre erworben! Nicht nur weil sie interessante Heimlichkeiten aus dem Privatleben diverser Teenie-Idole erbarmungslos recherchiert und veröffentlicht sondern auch oder gerade weil sie es versteht genau die Themen zur Sprache zu bringen die die Jugend interessiert. Seien sie sexueller Natur wo z.B. ein zwölfjähriger Junge aus Oldenburg wissen will ob es normal ist das der Penis beim ornanieren so merkwürdig auf und ab hüpft oder wo die Dreizehnjährige Hilfe braucht, weil der Junge den sie liebt nur Augen für die blöde Kuh mit den großen Brüsten aus der Parallelklasse hat.

Das Stichwort ist Dr. Sommer! Der hat auf alle Probleme eine Antwort – immer! Seit Jahrzehnten hilft er den Kids erwachsen zu werden. Ganze Generationen haben seinen Rat als der Weisheit letzten Schluß angesehen. Und doch hat es jemand geschafft Dr. Sommer von seinem Thron zu stoßen. Seit einiger Zeit treibt ein neuer Jugendversteher sein Unwesen in der BRAVO. Der Onkel Dieter!

Ich erlaube mir hier ausnahmsweise mal kein Urteil über seine fachliche Kompetenz. Keine Ahnung, ob Onkel Dieter ein ausgebildeter Pädagoge, Kinderpsychologe oder wenigstens Sozialarbeiter ist. Ist mir auch völlig schnuppe. Allerdings ist die BRAVO bei der Meg sofort auf ihrem persönlichen Index gelandet als sie mitbekam das der Onkel Dieter nun den Jugendlichen mit seiner Lebenserfahrung gute Ratschläge gibt.

Wir bannen die BRAVO deshalb nicht. Im Gegenteil, wir machen uns das Geschreibsel vom Onkel Dieter zu nutze, um mit unseren Kids kontrovers über die Themen zu diskutieren die sie beschäftigen. Außerdem dient der Onkel Dieter als hervorragendes Beispiel dafür das die Kids nicht alles glauben sollen, nur weil es in irgendeinem Hochglanzmagazin steht.

40 Jahre und immer noch nicht erwachsen

Vor ein paar Tagen musste ich mir von einem Menschen der mich bzw. meinen Lebenslauf sehr gut kennt anhören, das ich mit meinen vierzig Lenzen auf dem Buckel immer noch nicht erwachsen sei. Keine Ahnung wie dieser Mensch darauf kommt. Auf jeden Fall hat er mich damit sehr getroffen, so dass ich die letzten Tage an nichts anderes denken konnte.

Wenn nicht erwachsen sein bedeutet…

  • …auch noch nach zwanzig Jahren mit meiner Frau in aller Öffentlichkeit wild zu knutschen,
  • …das Lied Carmen von Sido gut zu finden und Musik am liebsten laut zu hören,
  • …die Bravo zu lesen und über die Artikel mit den Kids auf einer Ebene zu diskutieren,
  • …öfters albern zu sein,
  • …mich nicht zu verbiegen sondern mein Ding durch zu ziehen,
  • …Hobbies zu haben, die relativ kostspielig sind,

dann bin ich gerne nicht erwachsen.

Aber wenn erwachsen sein bedeutet…

  • …auch nach fünf befristeten Arbeitsverträgen den Mut nicht zu verlieren und weiter zu kämpfen,
  • …ein Haus zu bauen um den Kids ein sicheres Zuhause zu bieten, wo jeder sein eigenes Zimmer hat,
  • …mein Wort zu halten und zu meinen Freunden zu stehen, egal was passiert,
  • …Gesprächspartner für die Jugendlichen zu sein die hier ein und aus gehen,

dann weiß ich das ich erwachsen bin.

Nur weil ich einen eher unkonventionellen Lebensstil bevorzuge und alles andere als spießig bin heißt das nicht das ich mir meiner Verantwortung gegenüber meiner Familie nicht bewusst bin. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch nicht das ich meine Träume aufgebe oder immer vernünftig bin.

Wer mit meiner Art zu leben nicht klar kommt kann von mir aus bleiben wo der Pfeffer wächst! Ich zwinge niemanden an meinem Leben Anteil zu nehmen!

neues plugin: Democracy

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr Artikel über Erweiterungen bzw. Änderungen an meinem Blog schreiben, aber da ich bei Nadine ein nettes plugin mit dem Namen Democracy gefunden habe verbinde ich eine Blogempfehlung einfach damit.

Mit diesem plugin können sehr einfach Umfragen im Blog integriert werden. Es ist zwar komplett auf Englisch doch so leicht zu bedienen, dass sogar ich damit zurecht komme. Meine erste Umfrage findet ihr in der rechten Sidebar ganz unten. Ob ich in Zukunft Umfragen auch mit einem Artikel verbinde weiß ich noch nicht. Das wird sich zeigen.

Doch zurück zu Nadine. Ich besuche ihren Blog regelmäßig und fühle mich bei ihr sehr wohl. Sie schreibt über alles mögliche. Nicht einfach auf die Schnelle, sondern immer sehr ausführlich und bei brisanten Themen fair und objektiv.

Besonders erwähnen möchte ich noch ihr Design, das mir extrem gut gefällt, weil es absolut stimmig ist und ich bis jetzt noch nichts bei ihr gefunden habe was nicht funktioniert.

Sie selbst sagt über ihren Blog:

[...]Dieses Weblog handelt von mir, meinem Leben, meinen Gedanken und meinen Interessen. Deswegen wollte ich einen Namen, der auch zu mir passt und auch dies alles mit aussagt. Irgendwann kam ich dann auf “her life”. Das hat mich sofort gefesselt und seitdem ist das mein Domainname. Und er passt auch noch nach 3 Jahren zu mir! Außerdem reflektiere ich mit der Seite viele Dinge / Sichtweisen. Ich denke über mich nach und versuche Einblicke in mein Leben zu gewährleisten. Und aus eurer Sicht ist das dann: Her-Life

Inhalte gibt es hier sehr viele und auch sehr viele unterschiedliche. Aber im großen und ganzen ist es ein privater Blog, der mich durchs Leben bekleidet und in dem ich immer wieder neues aus meinem manchmal sehr langweiligen, manchmal sehr kuriosem Leben, nieder schreibe.

Außerdem schreibe ich über das was mich beschäftigt. Das können dann politische Themen sein, skuriles aus den Medien, Fotos usw. Deshalb gibt es hier auch über die unterschiedlichsten Dinge etwas zu lesen.[...] (Quelle)

[update]

Das plugin hab ich wieder deaktiviert. Kleinigkeiten stören mich daran, z.B. das die komplette Seite neu aufgebaut wird wenn jemand abstimmt. Außerdem hab ich schon genug damit zu tun halbwegs vernünftige Artikel aus meinem Hirn zu pressen. Da kann ich nicht auch noch Umfragen generieren lassen, sonst läuft Brain 1.0 noch heiß – und das wollen wir doch nicht.

es wird viel passieren

Habe nicht wirklich Zeit hier einen sinnvollen, die Weltbevölkerung interessierenden und das Weltklima rettenden Artikel zu verfassen. Doch da ich nicht will das die unendlichen Weiten des Planeten umspannenden Internets länger als zwei Tage von meinen geistigen Ergüssen verschont bleiben hier und heute ein kleiner Zwischenbericht.

Arbeit: Es geht wieder aufwärts! Mein Chef, der alte Fuchs, hat einen neuen Kunden gewonnen, für den wir in Zukunft Transport, Lagerung und Montagearbeiten übernehmen. Ich liebe meinen Chef, wenn ich das hier mal so sagen darf.

PC: Aktualisiere momentan den Internetauftritt eines ehemaligen Arbeitgebers von mir. Die Homepage hatte ich vor ca. vier Jahren erstellt und nun muß sie halt auf den neuesten Stand gebracht werden. Damals arbeitete ich noch mit NOF. Nun stelle ich direkt auf WP um damit er in Zukunft auch selber die Inhalte aktuell halten kann.

Freunde: Helfe Heute noch bei dem Umzug der Monika. Ich habe total viel Lust!

Kinder: Das “Jugendzentrum in unseren Kellergewölben nimmt so langsam Gestalt an. Am Dienstag ist Sperrmüll und ab Mittwoch wollen die Kids dann streichen, Graffittis und so. Die Tür zu den Räumlichkeiten hab ich bereits für meine Kreationen reserviert. Ich weiß auch schon wie das Logo aussehen soll. Mal sehen wie es mit der Umsetzung klappt. Fotos werden natürlich hier veröfentlicht.

Ehe: Meine Frau liebe ich immer noch, immer mehr, immer wieder, immer intensiver!

So, das muß für Heute reichen.

Blogparade: Schulschwänzer

Die Frau von Kroetengruen hat eine wirklich interessante Blogparade ins virtuelle Leben gerufen bei der ich völlig uneigennützig mitmache (ich will unbedingt diesen Orden).

Tja, das mit der Schule schwänzen war bei meiner einer so eine Sache. Eigentlich hatte ich dies gar nicht nötig da ich immer gut mitgekommen bin im Unterricht und nie Angst vor einer Arbeit hatte. Außerdem war meine liebe Mutter zu der Zeit Putze Raumpflegerin in diesem Tempel des Wissens, was für mich eine echte Abschreckung darstellte. Nicht nur das sie die Lehrer täglich grüßte, wenn diese Mittags an ihr vorbei gingen. Nein, mit manchen führte sie sogar Gespräche! Meistens war ich dann das Thema dieser Konversation, was sich grundweg immer negativ auf meine Freizeit auswirkte. Ich glaube ich muss nicht extra erwähnen das ich auch ohne die Schule zu schwänzen eine sehr schwere Kindheit hatte.

Und dennoch, einmal (in Zahlen: 1x) wagte ich in meiner zehnjährigen Schulkarriere eine Englischstunde zu schwänzen. Es stand eine Arbeit an und ich hatte nicht geübt, außerdem konnte mich der Lehrer nicht leiden und mir machten extreme Kopfschmerzen zu schaffen, bedingt durch einen pubertären Hormonschub, ausgelöst von diesem süßen kleinen schwarzhaarigen gut gebauten 12-jährigen Mädchen, das ganz unschuldig neben mir saß.

Na ja, egal. Es hat noch nicht mal bis Mittags gedauert bis das mein Fehlen auffiel. Ich Doofmann traute mich auch nicht die Schule an diesem Tag ganz hinter mir zu lassen sondern blieb einfach draußen auf dem Schulhof. Fällt ja nicht auf. Ein Schüler ganz allein in der Rauchecke…

Bereits in der dritten Stunde rückte meine strenge wenn auch liebe Mutter in der Schule an und durfte mich im Sekretariat in Empfang nehmen. Sie sagte nicht viel. Das “Reden” überließ sie Abends meinem gerechten wenn auch extrem kräftigen Vater. Diese Diskussion verlief recht einseitig und nur mit wenig Worten, dennoch dauerte sie geschätzte zwanzig Minuten.

Was soll ich weiter berichten? Auch wenn es nur dieses eine mal gab hatte es doch gravierenden Einfluss auf meine weitere Entwicklung. Ich wurde nicht etwa zum Streber oder gar zum Musterschüler. Nöö – ich wurde vorsichtiger und verfeinerte meine Verschleierungstechniken bei dem Blödsinn den ich verzapfte. Und das war nicht gerade wenig.

Wenn ich Heute als Vater in die Schule muß, weil unsere Kids Blödsinn gemacht haben denke ich oft zurück und schäme mich ein wenig dafür was ich meinen Eltern damals angetan habe. Aber so ist das Leben!

Groß werden wir alle irgendwie und trotz dem ganzen Mist den wir prodiziert haben ist aus uns halbwegs was geworden. Dieser Gedanke lässt mich bei unseren Kids immer wieder neuen Mut schöpfen.