Der ein oder andere hat es im Laufe der Zeit sicher schon mitbekommen das ich Lkw-Fahrer bin und das seit ca. 20 Jahren. Im Laufe dieser Zeit bin ich angefangen beim Opel Combo bis zum Mercedes Actros 40 Tonner schon so ziemlich alles gefahren. Sei es ein 4-Achser Betonmischer mit zwei gelenkten Vorderachsen, Müllwagen als Dreiachser, Sattelauflieger im Linienverkehr oder ein Gliederzug in einer Holzgroßhandlung mit Lafette. Keine Ahnung wieviel Kilometer da in den Jahren zusammen gekommen sind aber ich denke das ich ohne rot zu werden von mir behaupten kann eine recht große Erfahrung als Auto -und Lkwfahrer habe. Mich kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen wenn ich auf deutschen Autobahnen unterwegs bin.
Doch was ich heute Morgen erleben musste war echt beängstigend. Ich fuhr locker flockig mit ungefahr 120 km/h auf der A4 Richtung Aachen als sich plötzlich der Himmel verdunkelte und sich riesige Wassermassen ihren Weg auf die Erde suchten. Es war Wahnsinn! Innerhalb von Sekunden flossen wahre Sturzbäche quer über die Fahrbahn und ich hatte meine liebe Mühe die Geschwindigkeit zu drosseln, da ich von einem Moment auf den anderen nichts mehr sah. Und wenn ich sage nichts dann mein ich auch nichts! Ich spielte sogar mit dem Gedanken rechts ran zu fahren und dieses Unwetter an mir vorbei ziehen zu lassen. Doch genauso schnell wie es angefangen hatte war es auch wieder vorbei. So setzte ich meine Reise, wenn auch leicht paralysiert, fort und erreichte sicher mein Ziel.
Jetzt weiß ich auch wie sich Majestix fühlt wenn er Angst davor hat das ihm der Himmel auf den Kopp fällt!
Als heute Nachmittag dann endlich Feierabend war und ich die Heimreise antrat hatte ich noch ein Erlebnis der verwirrenden Art. Mein Heimweg ist ein anderer als der Hinweg und führt über ca. 1,5 km bergab via Serpentinen durch einen Wald. Nur heute nicht, heute war der Wald zu 70% vom Erdboden verschwunden. Statt dessen bot sich mir und meinen Augen ein Bild der Verwüstung. Da lagen Stämme mit über 30 cm Durchmesser wild durcheinander, teilweise schon von den fleißigen Waldarbeitern zersägt und entästet im Unterholz herum. Die Gräben auf beiden Seiten der Straße waren voll mit Gestrüpp, Ästen und anderem Kram, der im allgemeinen in jedem anständigen deutschenWald zu finden ist. Die Straße machte den Eindruck das sie nicht aus Teer besteht sondern vielmehr aus einem Gemisch aus Blättern, Tannennadeln und Baumrinde. Es sah dort wirklich so aus als wenn die Bundeswehr mit schwerem Gerät ein Manöver abgehalten hätte.
Das muss letzte Nacht einer der stärksten Stürme gewesen sein, der jemals unser schönes bergisches Land heimgesucht hat.
Ich frage mich nur wie oft solche anormalen Wetterverhältnisse noch herrschen müssen bis das wir angeblich intelligenten Menschen unsere Art zu leben ändern um zu retten was noch zu retten ist von dem blauen Planten! Wie siehst du das? Meinst du das wir noch die Kurve kriegen und es gemeinsam schaffen damit die Erde noch eine Chance hat?



sagt:
Welchen Wald meinst Du? Ich fahre mit dem Bike immer ein Stück auf der B506 und da ist mir nix aufgefallen.
sagt:
Von Barbroich den Berg runter ins Tal Richtung Hommerich. Da fehlt auf der rechten Seite der halbe Baumbestand. Untern kurz vor den Fischteichen auf der linken Seite hat es dann noch ein paar der allein stehenden großen Bäume erwischt.
sagt:
achso, da meinst Du . Soweit Richtung Lindlar fahre ich auf der Runde um die Dhünn nicht. Ich komme meist über Laudenberg die B506 und biege in Bechen nach Altenberg ab oder ich komme aus der Richtung Altenberg und fahre andersherum dann die B506 bis nach Laudenberg um dann wieder nach Wermelskirchen zu fahren.
Bis dahin scheint aber zu weit zu sein für so mal zwischendurch. Mal sehen vielleicht schaue ich mir das ja mal an.
Daß mit dem Klima und Umwelt retten, ist so eine Sache.
Man muß da bloß mal bei sich selber anfangen: Wieviel fahre ich Auto? (In meinem Fall sehr viel), wohin gehe ich zum Einkaufen? Zum Aldi oder zum Bio-Supermarkt? Wo kaufe ich meine Klamotten und Schuhe? Wieviel Plastik benutze ich / habe ich in meiner Umgebung? usw.
Das ist gar nicht so leicht, sich das mal alles bewußt zu machen und das dann umzustellen, sofern das im Rahmen der einzelnen Person überhaupt geht (Stichwort: Plastik im Auto z.b.) und v.a. seinen inneren Schweinehund zu überwinden und eben keine billigen Lebensmittel mehr einzukaufen, sondern richtiges Bio, das v.a. auch noch aus der Region kommt. Das schlägt sich nämlich im Geldbeutel nieder, wenn auch geringer als erwartet.
Man kann im kleinen Rahmen etwas machen, aber nur begrenzt, z.b. sich bei oekokiste.de die Biokost ins Haus liefern lassen, sein Auto auf Pflanzenöl umbauen oder ökologisch nachhaltig produzierte Klamotten einkaufen, das geht.
Was aber als private Einzelperson nicht geht, ist die Umstellung der gesamten Wirtschaftsproduktion auf Öko. Und das ist aber etwas, was im Endeffekt passieren muß und wofür in meinen Augen Politik und Wirtschaft verantwortlich sind, durch Gesetzgebung, durch Umstellung der Produktion und Produktionsverfahren(!), durch Energiegewinnung aus regenerativen Energien usw.
Das ist aber ein riesiger Komplex, der seit der industriellen Revolution gewachsen ist und sich etabliert hat.
Ich les zu diesem Thema gerade ein Buch von einem Chemiker und einem Verfahrenstechniker „Cradle to Cradle“ oder „Von der Wiege zur Wiege“ nicht von der „Wiege zur Bahre“ wie wir das bis jetzt praktizieren. In dem Buch geht es hauptsächlich um die Produktionsverfahren, die wir anwenden und v.a. welche Materialien! Denn das ist ein Hauptknackpunkt. Plastik ist dabei ein ganz großes Stichwort, denn Plastik wird meistens nur 1x wiederverwertet, wenn überhaupt. Die 2 Autoren zeigen aber einen Weg auf, wie man endlos recyclen könnte bzw. auch Materialien benutzt, die abbaubar sind. Plastik aus Getreide z.b.
Das Thema wird uns nicht nur die nächsten Jahre beschäftigen, sondern die nächsten Jahrzehnte.
Ich denke, daß wir das prinzipiell schon schaffen können, dazu müßen aber wirklich alle an einem Strang ziehen und das wird schwierig.
Denn viele denken wirklich nur an sich selber und daß es ihnen in diesem Leben gut geht. Was danach kommt, ist für sie nicht wichtig. Und da gibt es wirklich sehr viele Leute, die so denken.
Andere Alternative ist: 3. Weltkrieg, nicht in unserer Zeit, aber vielleicht in 50-100 Jahren.
Ist kein Horrorszenario von mir, sondern vorhersehbar, Stichwort: Osterinseln: Wenn eine Spezies sich ihr eigenes Umfeld zu grunde richtet, gibt es gar keine andere Möglichkeit mehr, als sich gegen die eigene Spezies zu richten. (Überbevölkerung) Die Bewohner der Osterinseln wurden dann zu Kannibalen.
Sorry, langer Kommentar, das Thema ist aber nicht in ein paar Sätzen zu kommentieren.
Grüße Trixi
sagt:
Ist doch ok so ein langer Kommentar! Das zeigt mir das ich wenigstens bei einem den Nerv getroffen hab. Sicher ist es nicht einfach ein über Jahrzehnte gewachsenes System zu ändern, aber ich denke es ist wichtig immer wieder darauf hinzuweisen das wir auf unseren Untergang zusteuern wenn wir nichts ändern.
@Luigi:
„…aber ich denke es ist wichtig immer wieder darauf hinzuweisen das wir auf unseren Untergang zusteuern wenn wir nichts ändern.“
Das ist richtig, gleichzeitig ist aber eben auch sehr schwer, schon bei sich selber anzufangen. Nur Energiesparlampen zu nutzen, reicht da nicht. Ich meine jetzt damit auch nicht, daß wir alle „zurück zu unseren Wurzeln oder ins letzte Jahrhundert“ müßen. Ich glaube, daß sich das mit technischen Innovationen lösen läßt.
Allerdings steht halt auch die Frage im Raum, ob wir einen beständigen Zuwachs unseres Lebensstandards haben können, denn wir haben bereits ein solch hohen, daß viele Menschen von so etwas nur träumen können (und deswegen das natürlich auch erreichen wollen).
Ein Beispiel, wie blind und desinteressiert manche Leute sein können, hatte ich in meinem Bekanntenkreis:
ich hab vor ca. 1 Jahr meinen Strom auf Öko-Strom umgestellt und hab meine Bekannten und Freunde auch dazu aufgefordert. Einige Reaktionen waren dann: „Man kann das System eh nicht verändern, das bringt doch nix.“ Das kam von einer Gruppe von Leuten, die sich als sog. „Linke“ bezeichnen (ohne jetzt bestimmte Parteien damit zu meinen). Erzähl sowas mal einem US-Amerikaner und der lacht Dich aus für ein solches Statement…
Diese Verweigerung und Blindheit der Leute hat mich unglaublich frustriert.
Solche Beispiele gibt es viele, ob das nun der Hausbesitzer ist, der keinen Solarstrom und sein Haus nicht isolieren will oder jemand, der mit einem Riesenschlachtschiff und 18l Spritverbrauch durch die Gegend düst.
Die Leute werden es erst umstellen, wenn sie gezwungen werden, entweder durch den Geldbeutel (wie beim Sprit) oder durch Gesetzgebung.
Bei mir hast Du durchaus den Nerv getroffen und ich sehe dieses Thema auch nicht als „politisch gefärbt“ wie es vor 20 Jahren der Fall war. Das betrifft alle Menschen.
Ich wünsche Dir trotzdem einen schönen Urlaub, auch wenn die 3 Tage gestrichen wurden. Gibt es denn nicht die Möglichkeit, die Tage „hinten anzuhängen“ an Deinen Urlaub?
Vielleicht solltest Du es so sehen: Daß es für manche Menschen gar nicht selbstverständlich ist, Urlaub zu machen. Für Selbstständige z.b.
Laß Dich nicht frustrieren und freu Dich auf den Urlaub, der dann kommt.
sagt:
@Trixi – Taxipilot: Jo, an deinem Beispiel sieht ja jeder das es wichtig ist immer wieder diese Themen anzusprechen. Es ist noch extrem viel Aufklärungsarbeit nötig. Durch Gesetze allein werden wir da auf keinen grünen Zweig kommen. Die Bereitschaft mehr auf unsere Natur zu achten muss von innen heraus kommen, durch Verständnis und Einsicht. Aufgezwängtes Verhalten hat noch nie zum Ziel geführt, in keinem Bereich. Sicher unterstützen Gesetze die Bestrebungen unsere Umwelt mehr wahr zu nehmen und sie zu erhalten, aber im Endeffekt zählt Aufklärung! Ich denke wir sind hier in Deutschland was das Bewußtsein für Umweltschutzthemen angeht in einer Vorreiterrolle. In anderen Ländern sind sie glaube ich noch lange nicht soweit.
Das mit dem arbeiten geht schon. Es sind ja täglich nur drei Stunden um die Mittagszeit um die Disposition zu machen und die Papiere fertig zu stellen. Halb so wild! Aber ich habe trotzdem keine Lust ;)
@Luigi: „…Das mit dem arbeiten geht schon. Es sind ja täglich nur drei Stunden um die Mittagszeit um die Disposition zu machen und die Papiere fertig zu stellen. Halb so wild! Aber ich habe trotzdem keine Lust.“
Da hätt ich auch keine Lust zu. Wegen 3h Arbeit 3 Tage Urlaub zu streichen, ist besch…eiden.
sagt:
@Trixi-Taxipilot: Wie heißt es so schön? Alles für den Dackel, alles für den Club ;)