“Bin ich billig dran gekommen!”
Mit stolz geschwellter Brust wird die neue Errungenschaft gezeigt Sei es der DVD-Player für nur 19,99 €, denn Geiz ist ja bekanntlich geil, oder der große Schwenkgrill. Erstanden im absoluten Angebot für heute nur 14,95, denn da rockt nicht nur der Preis.So geht es immer im Familien, -Freundes oder -Bekanntenkreis. Jeder will den anderen unterbieten, der geizigste, sparsamste, schlauste sein beim Thema Geld ausgeben. Spätestens aber wenn der Grill nach dreimahligem Gebrauch quietscht und wackelt, der DVD-Player jede fünfte DVD wegen Lesefehlern wieder auswirft oder die Hose für 5,- € nach dem vierten Waschgeng in ihre Einzelteile zerfällt rauft sich der geniale Pfennigfuchser die Haare.
Dann geht es zurück in den Laden. Es wird sich mitten im Verkaufsraum aufgebaut und wild gestikulierend und laut brüllend wird seinem Unmut Luft gemacht, bis das man merkt das niemand sich um einen kümmert weil niemand da ist. Also auf zur Kasse. Die muss ja besetzt sein und das junge Fräulein bekommt die volle Breitseite, obwohl sie am wenigsten für die Qualität der Billigware kann. Die holt dann den Filialleiter der einem erklärt das die Probleme des Sparfuchses nicht seine seien. Da müsse sich er sich an den Kundendienst des Herstellers wenden, denn eigenes Personal für Reklamationen könne sich niemand leisten bei diesen billigen Preisen.
Na, wer erkennt sich wieder? Seihen wir mal ehrlich. Wir sind doch alle so drauf. Hauptsache billig! Wir verdienen ja selber nicht viel, da können wir uns nichts vom Fachhändler leisten und Markenprodukte schon mal gar nicht. Ja, aber warum sind die Löhne und Gehälter in den letzten Jahren so wenig gestiegen. Ist doch logisch! Wenn die Konsumenten nur noch billige no name Ware kauft, an der Einzelhändler, Großhändler und Produzenten so gut wie nichts mehr verdienen können sie ihre Angestellten auch nicht höher entlohnen. Ein Teufelskreis, den wir selber mit verschuldet haben.
Ich bin mittlerweile soweit lieber ein paar Euro mehr auszugeben, dafür aber dann ein Qualitätsprodukt in den Händen zu halten, mit einem Ansprechpartner vor Ort und einem vernünftigen Kundenservice. Denn wie heißt es so schön:
Wer billig kauf kauft zwei mal!
Inspiriert wurde ich zu dem Artikel durch Flocke von Krötengrün und durch Herrn Bültge. Wobei die Problematik beim Herrn Bültge noch etwas anders aussieht. Er veröffentlicht auf seinem Blog jede Menge sehr hilfreicher Tipps und Tricks zu WordPress. Desweiteren hat er schon mehrere plugins für WordPress geschrieben, von denen auch welche hier bei mir im Einsatz sind. Diese hat er alle unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, was bedeutet das jeder sie nutzen, verändern, erweitern und verbreiten darf. Noch nicht einmal muss der Name des Autor genannt werden. Dies alles völlig kostenlos. Lediglich um eine kleine Spende bitte er für seine Mühen. Aber lest doch einfach selber bei ihm und denkt mal drüber nach.




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Es kommt aber auch schon mal vor, dass man wirklich ein Schnäppchen ergattert, weil z.B. ein Markenprodukt unter einem No-Name-Lable verkauft wird. Aber auch dies wird immer weniger.
Auch ich persönlich habe mich vom Schnäppchen-Glücksspiel abgwandt und gehe auch lieber zum Fahhändler um die Ecke und gebe dort ein paar Euros mehr aus.
Da erhalte ich auch eine qualifizierte Beratung und kann mir im Falle einer Reklamation sicher sein, dass diese schnell und unkompliziert erledigt wird, ohne 27 teuere Hotlines anzurufen und den den defekten Artikel nach Übersee zu schicken.
Und auch der Fachhändler kann oft noch ein klein wenig am Preis drehen, wenn man freundlich danach fragt, ohne aufdringlich und fordernd zu werden. (Vermeide dabei Sätze in denen Internet, Ebay, Discounter oder Flächenmärkte vorkmommen)
Ich danke vielmals für die Zeit um sich mit dem Thema auseinander zu setzen.
Ich bin nicht unbedingt ein Schnäppchenjäger, ich kauf zwar meine Nahrung beim Billigdiscounter, aber was Elektronik und Kleidung betrifft, bin ich genau aus Deinem beschriebenen Grunde auch eher bereit, etwas mehr auszugeben, weil dann auch Qualität ein entscheidender Faktor ist.
Aber es geht ja eher um die “Problematik” mit dem Nutzen freier Software. Frank erkennt ja auch ganz klar an, dass die Wenigsten “Klein-User” willens und bereit sind, für jedes Plugin Geld zu bezahlen. Dafür freut er sich ja “schon” über ein Danke. Aber die, die Geld verdienen, können auch mal eine Spende bezahlen. Ich selbst habe ja mittlerweile das Glück, ein paar Euro mit meinem Blog zu verdienen. Und das gebe ich auch gerne zurück und spende anderen Lesern mal ein Buch oder eine CD und vor Allem natürlich auch mal an einen Programmierer. Ich gebe es zu, ich habe Frank noch nichts bezahlt, aber ich habe schon 1-2mal Danke gesagt und mich im Rahmen meiner Möglichkeiten an den Diskussionen dort beteiligt.
Dass es übrigens auch andersrum sehr negativ ablaufen kann, erfahre ich gerade an eigener Haut: Ich habe vor knapp 2 Wochen ein E-Mail-Newsletter-Plugin für 15 Dollar erworben und bekam die Version 1.0. Mittlerweile ist auf der Webseite Version 2.5 raus und diese Version ist “natürlich” im freien download eingeschränkt. Auf meine Mails wird nicht reagiert und ich sitze nun mit einer ziemlich verbuggten Version, die zusätzlich noch auf spanisch ist, blöde rum.
LG Hartmut
@kleiner_Baum: Da hast du recht. Auch der Fachhändler bzw. gerade der Fachhändler lässt oftmals mit sich handeln, wenn man nur freundlich bleibt.
@Frank: Aber gerne! Das Thema beschäftigt mich schon eine ganze Zeit. Dein Artikel war eigentlich nur der Auslöser und als ich dann bei Flocke noch gelesen habe musste ich einfach meinen Gedanken mal freien Lauf lassen.
@Hartmut: Oh Hartmut, das tut mir leid für dich aber schwarze Schafe gibt es nun mal überall.
Neulich erst einen genialen Artikel von Steve Pavlina darüber gelesen: http://www.stevepavlina.com/blog/2009/07/overcoming-cheapness/
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