Wir sind etwas Besonderes – schon komisch

Heute Morgen war ich mit unserer Tochter, dem Engelchen und dem jüngeren der beiden Söhne, der Knackwurst bei meiner Krankenkasse. Es musste ein Formular ausgefüllt werden. Egal, soll hier nicht das Thema sein.

Vielmehr wunderte sich die überaus freundliche Mitarbeiterin darüber dass ich ein in ihren Augen sehr gutes Verhältnis zu unseren Kindern habe. Es wunderte sie besonders bei dem Engelchen, welches ja nun mal ein Mädchen ist und noch dazu mitten in der Pubertät steckt. Da seien die Mädchen doch eher wahre Zicken, die besonders mit ihren Vätern ein angespanntes Verhältnis führen, wenn denn überhaupt noch ein Verhältnis besteht.

Nicht bei uns! Wir sind halt was Besonderes! Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern, zu allen dreien. Warum? Weil wir ihnen auf Augenhöhe begegnen. Sie nicht nur ernst nehmen sondern auch die Zeit uns mit ihnen zu beschäftigen. Außerdem, das ist jetzt wichtig, also Zettel raus und mitschreiben, versuchen meine Frau und ich unsere eigene Kindheit mit all ihren Facetten des Heranreifens nicht zu vergessen. Das hilft ungemein wenn man versucht seine Kids in die richtigen Bahnen zu lenken.

Was mich aber echt nachdenklich stimmt ist die Tatsache das es mittlerweile als ungewöhnlich betrachtet wird wenn Eltern mit ihren Kindern gut auskommen. Es ist traurig das Eltern kaum noch Zeit für die Kinder haben, den Kopp voll mit anderen Dingen wie Job, Existenzsicherung und was weiß ich und die Kinder dann zwangsläufig auf der Strecke bleiben.

Da läuft doch was verkehrt in unserer Bananenrepublik. Die Politiker egal welcher Coleur, proklamieren doch immer das die Familie geschützt werden müsse da sie für unsere Gesellschaft lebensnotwendig sei. Dann verstehe ich nicht wieso die Gesetze verabschieden, durch die wir Eltern gezwungen werden beide berufstätig zu sein. Dann verstehe ich auch nicht warum es immer noch nicht genügend öffentliche Einrichtungen für Kinder und Jugendliche gibt.

Aber ich versteh ja einiges nicht was die da in Berlin verbrechen…

PS: Bevor hier jetzt jemand lospoltert weil ich unseren Sohn Knackwurst nenne. Ich trage bei ihm den Namen Schwimmbutz – also bitte ja.

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6 Kommentare

  1. In der Tat. Zwischen meinen Eltern und mir gabs natürlich auch mal Spannungen, aber das ist normal. Insgesamt war das Verhältnis sehr gut.

    Aber der Staat tut schon alles, um die Kinder heute zu schützen- vor Liebe, vor Zuwendung, vor Bildung…

  2. Bei uns wurde sich auch gewundert das wir noch mit unseren Kindern … ähm ich meine natürlich … das unsere Kinder noch mit uns :D in Urlaub fahren ;)
    Ist schon außergewöhnlich wenn die Kids 16 & 18 sind – wir haben aber abgemacht das wir das mindestens eine Woche im Jahr beibehalten wollen – natürlich auch mit den später dazugekommenen Partnern :)

  3. @Luigi: Herzlichen Glückwunsch. :) Ich finde es immer gut, wenn ich Eltern sehe, die ihre Brut als gleichwertig betrachten und auch so behandeln. Natürlich sollten Kinder Respekt und Achtung gegenüber ihren Eltern haben. Umgekehrt gilt das gleiche. Ich glaube manche Eltern sind mit sich und ihren Kindern einfach überfordert und verlangen in ihrer Hilflosigkeit eher Demut und Ehrfurcht. Als Antwort erfahren sie dann Verachtung und Respektlosigkeit. Das ist ja quasi ein Naturgesetz.

    @ulf_der_freak: Sehr schön ausgedrückt, wovor das “System” die Kinder schützt.

    @Antje: Ich denke auch hier ein Ergebnis von Achtung und Respekt auf Gegenseitigkeit.

    Allgemein denke ich, dass gute und schlechte Eltern-Kind Verhältnisse kein neuzeitliches Phänomen sind. Das ist unabhängig von Zeiten, sozialer Schicht oder anderen äußeren Umständen. Es ist eher individuell und wird einzig durch die Eltern verantwortet, wie sich das Verhältnis entwickelt.

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