Er war ein Kerl wie ein Baum. Nicht unbedingt was seine körperliche Präsenz angeht. Mit seiner bescheidenen Körpergröße und einem eher nicht athletischen Körperbau verleitete er, wenn auch nicht gewollt, die Leute dazu ihn zu übersehen.
Doch seine Psyche, sein Wille war stark. Nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen. Nichts seinen Weg beeinflussen. Wie der berühmte und oft zitierte Fels in der Brandung stand er da, immer bereit für die Menschen die er liebte ein Freund zu sein. Stets half er den Seinen ihre Probleme zu lösen, ihnen den Weg zu ebnen. Immer hatte er eine Lösung parat. Dabei verstand er es seinen Prinzipien treu zu bleiben.
Doch diesmal konnte er einfach nur daneben stehen. Zur Untätigkeit verdammt sprach er zwar Mut zu, versuchte zu helfen indem er das Für und Wider aufzählte. Doch ändern konnte er nichts mehr. Nur daneben stehen, zuhören und Trost spenden. Den ruhenden Pol bilden zwischen den Fronten, die sich verhärtet hatten.
Dabei schmerzte seine eigene Seele, musste er doch um Frieden zu stiften seinen eigenen Weg verlassen, seine Überzeugung hinten an stellen, sein Weltbild verbiegen, seine Werte vergessen. Zum Wohl der kleinen Welt die er sich aufgebaut hatte, für und durch die er lebte.
Dann hatte er es geschafft. Die Wogen glätteten sich. Nichts würde mehr sein wie früher. Doch für wie lange? In welche Richtung würde sich seine Welt entwickeln? War nun der Knoten geplatzt? Würde nun gegenseitiges Vertrauen das tägliche Miteinander beherrschen oder würden die Menschen, die er über alles liebte wieder in alte Muster verfallen?
Angst machte sich breit, schnürte ihn ein, nahm ihm die Luft zu atmen. Er konnte nichts tun außer abwarten.