im realen Leben
Grundsätzlich ist gegen einen höflichen Umgangston ja nichts einzuwenden. Wir gestalten schließlich die Welt in der wir leben und da ist es doch schön und entspannend nett zueinander zu sein. Um eine harmonische Atmosphäre zu schaffen bedienen wir uns da gerne bestimmter Verhaltensweisen und Floskeln.
So halten wir der Liebsten die Türe auf, hören unserem Gesprächspartner aufmerksam zu und unterbrechen ihn nicht. Betreten wir ein Zimmer grüßen wir artig die Anwesenden und wenn jemand nett zu uns ist, uns einen Gefallen tut oder anderweitig zu unserer guten Laune beiträgt bedanken wir uns. Alles wunderbar!
Doch manchmal können gute Umgangsformen auch nerven – mich wenigstens. Wenn sich jemand zum Beispiel für jede noch so kleine Geste bedankt. Übertrieben höflich ist und Komplimente verteilt als gäbe es kein Morgen mehr. Mit allem einverstanden ist, egal ob sich für ihn durch seine Zustimmung negative Konsequenzen ergeben. Hauptsache man ist höflich und nett, kritisiert nicht oder entwickelt und vertritt eine eigene Meinung. Dies könnte ja die Harmonie stören.
im Internet
Nun gibt es das Internet. Auch dort ist ein höflicher respektvoller Ton nur wünschenswert. Leider wird dieser nicht immer eingehalten. Oft hört oder liest man von Cyber-Mobbing, Foren in denen nur denunziert und gepöbelt wird und User auf das Schlimmste beschimpft werden.
Unter uns Bloggern ist dies nicht so. Die bloggenden wunderbaren Menschen die ich kenne, deren Weblogs ich besuche, bei denen ich kommentiere und die ich hier verlinke, sind quer durch die Bank nett und höflich – zu höflich!
Jedesmal wenn ich den #FollowFriday nicht vergesse und einen Tweet mit Empfehlungen raus haue, jemand in meiner Zeitung Erwähnung findet, ich ihn share oder für einen Artikel auf seinem Blog vote erhalte ich ein “Danke” (sorry Matthias, du musstest jetzt herhalten).
Sicher freue ich mich darüber! Doch gleichzeitig bekomme ich auch ein schlechtes Gewissen, da ich mich selber nicht für jede Erwähnung bedanke. Nicht etwa weil es mir zu lästig ist, mir der nette Mensch egal ist der mich da erwähnt oder ich einfach keinen Bock habe. Nein, meistens bekomme ich es gar nicht mit das mich einer empfiehlt über Twitter, für meine Artikel votet oder mich sonstwie im Web 2.0 verlinkt.
Tja, und dadurch habe ich immer ein schlechtes Gewissen wenn sich jemand im Internet bei mir für eine kleine Geste bedankt. Für mich ist es ganz einfach selbstverständlich andere wunderbare Menschen zu empfehlen, zu verlinken, für sie zu voten oder ihnen anders Beachtung zu schenken. Da muss man sich nicht jedesmal für bedanken.
http://twitter.com , http://paper.li , http://www.meinungs-blog.de/
23. Juni 2011 um 12:51
Schlecht bemessene Höflichkeit wird schnell zu schalem, sauren Bier.
23. Juni 2011 um 13:39
Wenn der sich bedankende keine Gegenleistung erwartet, gibt es auch kein Problem. Ich antworte auch nicht auf jeden Dankesgruß und finde es teilweise, wie beschrieben, auch unpassend und sogar nervend.
Die Erwartungshaltung ist dort etwas schief geraten.
23. Juni 2011 um 14:44
Kann mich da stef nur anschließen. Ich bedanke mich nach Lust und Laune, erwarte das aber auf keinen Fall von anderen.
Ich bedanke mich meist sehr impulsiv – z. B. dann wenn ein Betrag (endlich) mal getwittert wurde, dem vorher nicht so viel Beachtung geschenkt wurde ;-)
Genervt bin ich aber auf keinen Fall – ich freue mich sogar, dass man sich dabei nicht jedes mal einen Zacken aus der Krone bricht, Danke zu sagen.
Gruß Sylvi