Wie weit würdest DU gehen?

Bei dem Artikel der weg zum erfolg schrieb ich

Was zählt schon ein Doktortitel, eine Ausbildung, ein dickes Bankkonto oder anderer materieller Ballast wenn du einem Menschen Mut machst durch ein Lächeln, einen Händedruck oder ein paar aufmunternde Worte.

Kalliey kommentierte darauf hin

Ganz ehrlich? Ich kann meine Kinder nicht mit einem Lächeln oder einem Händedruck ernähren. Die Mietzahlung kann ich auch nicht durch zwischenmenschliche Gesten umgehen usw.

Melvenue erwähnte meinen Artikel in ihrem Wochenrückblick

Inspiriert oder zum nachdenken hat mich in dieser Woche ein Artikel von Luigi … An sich pflichte ich ihm bei mit dem was er sagt und gebe ihm in vielen Dingen Recht. Allerdings … das mag ja alles schön und nett sein, uneigennützig zu handeln, Menschen mit einem Händedruck oder einem Lächeln Mut zu machen, seine Kinder kann man mit dieser Einstellung allerdings nur sehr schwer ernähren. Wirklichen Erfolg erlangt nur der der nicht danach strebt? Naja, Erfolg fällt einem für gewöhnlich nicht in den Schoß, in den meisten Fällen muss man hart dafür arbeiten. Vielleicht kann man auf einen Doktortitel tatsächlich verzichten, aber auf eine Ausbildung? Sorry, aber eine anständige Ausbildung ist der Grundstein für die weitere Zukunft. EIne Ausbildung entscheidet oft darüber ob man später mal einen Job bekommt, der vielleicht sogar gut bezahlt ist, oder ob man den Rest seines Lebens vom Amt lebt oder sich mit irgendwelchen Gelegenheitsjobs über Wasser hält.
Quelle: Wochenrückblick KW 8 > GedankenMüll > GedankenMüll

Grund für mich zu reagieren. Ich schrieb in dem Artikel “Wirklichen Erfolg erlangt nur der der nicht danach strebt” Vielleicht hätte ich schreiben sollen “Wahre Größe erlangt nur der der nicht danach strebt”! Vielleicht hätte ich in dem Artikel auch einfach mehr darauf eingehen sollen das mir privater Erfolg wesentlich wichtiger ist als beruflicher. Sicher ist auch der berufliche Erfolg wichtig, wenigstens wenn es, theatralisch ausgedrückt, ums Überleben geht.

Doch wenn ich später mal am Ende des Weges zurück schaue dann interessiert es mich nur am Rande wie ich mein Geld verdient habe. Dann will ich viel mehr wissen ob ich aufrecht und ehrlich durchs Leben gegangen bin, ob ich meinen Kindern ein gutes Vorbild war und ob es Menschen gibt denen an meiner Meinung etwas liegt, denen ich ein Freund bin.

Was ich sagen will: Bei allem beruflichen Streben, bei jedem Schritt auf der Karriereleiter, sei man auch noch so ambitioniert und motiviert, sollte nie aus den Augen verloren werden das es weitaus höhere Werte im Leben gibt als der aktuelle Aktienkurs und das eigene Bankkonto.

Leider wird in unserer Gesellschaft ein Mensch viel zu oft nach seiner Ausbildung und seinem beruflichen Werdegang beurteilt, viel zu selten nach dem was ihn als Menschen ausmacht. Ob er ehrlich, mutig, sozial, verantwortungsbewusst und loyal ist. Auch ein beruflich erfolgreicher Mensch, der auf den ersten Blick integer ist kann ein riesen Arschloch, ein Betrüger oder Dieb sein.

Auf meinem alten Blog schrieb ich mal einen Artikel den ich hier gerne noch mal aufwärme.

Sag mir deinen Beruf und ich sage dir wer du bist. Traurig aber wahr. Mir ist aufgefallen, leider auch an mir selber, das sich die meisten Menschen vorschnell ein Urteil über jemanden bilden auf Grund des Berufs den man ausübt. Lernt man jemanden neu kennen wird zuerst versucht heraus zu finden was der jenige beruflich macht. Schnell wird dann ein Urteil gefällt und der Betreffende landet in einer Schublade. Sicherlich kann auf Grund des Berufes auf das soziale Umfeld und den Bildungsstand geschlossen werden. Was allerdings nicht immer richtig sein muss.
Schaut man sich private Visitenkarten an steht auf fast allen der Beruf an zweiter Stelle. Bei geschäftlichen Karten kann ich das ja verstehen, aber bei privaten? Sicherlich nimmt der Beruf einen hohen Stellenwert im Leben ein weil damit schließlich der Lebensunterhalt bestritten wird. Noch dazu wird leider die meiste Zeit des Tages auf der Arbeit verbracht. Auch mag es Leute geben die mit Familie und/oder Freundschaften nichts anfangen können und die froh sind Single zu sein.
Für mich bedeutet mein Beruf jedoch nur Mittel zum Zweck. Mir ist mein privater Erfolg wesentlich wichtiger als der berufliche. So habe ich z.B. Jobangebote ausgeschlagen, wo ich zwar mehr verdient und bei manchen auch eine leitende Position bekleidet hätte. Dafür wäre ich aber wesentlich seltener zu Hause bei meiner Familie gewesen und hätte meine Freunde vernachlässigen müssen.
Darum steht auf dem Entwurf meiner Visitenkarte auch kein Beruf oder eine Position. Meinen Job kann ich wechseln bzw. mir einen neuen suchen wenn ich mal arbeitslos bin aber meine Frau, meine Kinder und Eltern sind unersetzlich. Genau so verhält es sich auch mit meinen Freunden. Es hat Jahre gedauert diese Freundschaften aufzubauen. Es wäre schwierig wenn nicht unmöglich eine gleichwertige neue Freundschaft entstehen zu lassen.

Zu guter Letzt möchte ich noch mal auf meine anfangs gestellte Frage zurück kommen. Bist du bereit für deine berufliche Karriere zu betrügen, zu lügen, dich mit fremden Federn zu schmücken? Fährst du deine Ellebogen aus und bringst Konkurrenten in Misskredit, nur um selber besser da zu stehen?

Wie weit würdest du gehen?

Ehemann und Vater aus Liebe - Lkw-Fahrer und Blogger aus Leidenschaft - unabhängiger Querdenker aus Überzeugung

"Du willst in dieser Welt Spuren hinterlassen? Dann trete in Hundescheiße, das ist einfach, effektiv und geht schnell!"

4 Kommentare

  1. Wer komepetent und zielstrebig ist brauch weder luegen, betruegen oder Ellenbogen ausfahren.

    Und letztlich ist es doch voellig egal wie man Geld verdient, relevant ist DAS man Geld verdient.

  2. Ganz ehrlich? Nun ich habe ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Zurückblickend sieht man nun einige Dinge klarer oder auch anders als vor ca. 15 Jahren. Grundsätzlich hast du ja in einigen Sachen Recht. Aber gerade in der heutige schnellebigen Zeit fällt man schnell mal unter die Räder.

    Darum predige ich meinen Kindern (16,14,10)eigentlich schon seit Jahren, dass sie sich in ihrem Leben ein Ziel setzen sollen. Also nicht unerreichbare Ziele, aber immer kleine Schritte. Natürlich weiss eine 10jährige noch nicht was sie einmal werden möchte. Aber sie weiß sehr wohl wie wichtig eine gute Schulausbildung ist.
    Damit meine ich jetzt keinen “Schuldrill” aber in der heutigen Zeit werden in den verschiedenste Schulen (auch Gymnasien)die unterschiedlichsten Lernmethoden angeboten, dass jedes Kind einen positiven Abschluss erreicht. Danach muss es dann selber entscheiden, wie die Laufbahn weitergehen soll bzw. welches Ziel es weiter verfolgt.

    Ich habe lange in einem großen internationalen Konzern in der Personalabteilung gearbeitet, und kann dir nur sagen, dass unheimlich viel Wert in jede einzelne Ausbildung eines Bewerbers gelegt wird. Hat er noch das nötige Selbstbewußtsein und Auftreten, so wird er doppelt bevorzugt.
    Das ging so weit, dass ein z. B. ein Elektriker mit Lehrabschluss aber ohne Meistertitel gar nicht mehr aufgenommen wurde. Traurig, aber wahr.

    Natürlich bin ich persönlich absolut gegen Lügen, mobben und betrügen.
    Sowas finde ich zum kotzen.
    Aber nichts spricht gegen eine gewisse faire Ellbogentechnik und ein bisschen Egoismus.

  3. Hallo
    ich bin grade über diesen Blog gestolpert und muss sagen, die Fragestellung interessiert mich und hat mich zum Nachdenken animiert.
    Ich bin (noch) in der Ausbildung, ich habe den ersten Teil meiner Studiums in Deutschland an einer englisch sprachigen FH absolviert und bin dann trotz sehr gutem Bachelor nach England ausgewandert, da ich in Deutschland keinen Job finden konnte. Ich studiere nun für meinen Master, da man auch hier mit einem Bachelor als Berufseinsteiger relativ geringe Chancen hat. Also muss ich Nila ganz klar unterstützen in ihrem Argument. Ohne eine Ausbildung ist man heute überhaupt nichts mehr wert. Ich zB studiere nicht um meinen Titel auf meine Visitenkarten schreiben zu können sondern einfach um zu überleben in meiner Branche.
    Meiner Meinung nach ist Lügen und Betrügen auch nicht akzeptabel, aber Vitamin B (manche würden dass auch als Betrug ansehen) bringt einen schon um einiges weiter und oftmals hat man keine andere Möglichkeit.
    Also meiner Meinung nach führt der Weg zum Erfolg definitiv über Uni und Bekannte. Können allein hilft oftmals nicht viel weiter…

    • Hallo Elisabeth! Also wenn dein Nachname wirklich Visitenkarten lautet fress ich einen Besen! Habe den mal gelöscht, war sicher ein Versehen von dir. Auch den Link zu der Website musste dran glauben. Nachher behauptet noch jemand du hättest versucht hier Spam zu verbreiten – und das wollen wir doch nicht.

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