Radiowerbung von Truckworks

mercedes

Seit ein paar Tagen läuft im Radio eine Werbung der neuen Mercedes Servicemarke Truckworks ((Premiere der neuen Servicemarke „TruckWorks“)) . Da funkt ein Lkw-Fahrer, oder sollte ich besser sagen ein Trucker, anscheinend per CB-Funk einen Kollegen an und erkundigt sich ob der Kollege wieder unterwegs ist. Der antwortet prompt und lobt Truckworks in den höchsten Tönen.

So weit, so gut! Ist ja schlau die neue Servicemarke durch einen Dialog zwischen zwei Kunden zu bewerben. Nur der Wortschatz der beiden Probanten lässt mich echt daran zweifeln ob Mercedes so die Zielgruppe anspricht. Das fängt bei den Namen der beiden an: Dieselherz und Highwayking. Auch der Jargon, in dem die beiden kommunizieren lässt mich schaudern. Unwillkürlich asoziiere ich und stelle mir unrasierte Schmerbäuche vor, deren Kleiderordnung Cowboystiefel, Jeans und Holzfällerhemd vorschreibt. Die LKWs nett geschmückt mit an die hundert Lämpchen und ein Blick durch die Windschutzscheibe wird durch zahlreiche Wimpel vereitelt.

Die Werbung ist zwar ganz lustig anzuhören doch hat sie in meinen Augen absolut nichts mit der Realität zu tun. Ja ja, ich weiß. Bei Werbung geht es nicht um Realität, doch es regt mich ein wenig auf das wir Lkw-Fahrer immer noch als Outlaws und Cowboys von den Medien dargestellt werden, die mit Mühe und Not die Baumschule absolviert haben.

Durch die hohen Anforderungen die der Gesetzgeber in Form von erforderlichen Qualifikationen stellt, den hohen technischen Standard der LKWs sowie die vielen verschiedenen Einsatzgebiete von LKWs ist das Berufsbild des Kraftfahrers sehr anspruchsvoll. Kraftfahrer sein bedeutet nicht mal eben schnell den Führerschein Klasse CE zu machen und schon kanns los gehen. Für fast jedes Einsatzgebiet bedarf es weiterer Schulungen, Qualifikationen und vor allem Erfahrung.

Ich kenne keinen Kollegen der sich solch einer Sprache wie sie in dem Werbespot zu hören ist bedient. Auch sind die meisten mir bekannten Fahrer nicht in Cowboystiefeln und Flanellhemd unterwegs sondern legen großen Wert auf ihr Äußeres. Es sind meistens technisch versierte Menschen mit einer sehr schnellen Auffassungsgabe und einem hohen Maß an Flexibilität.

Ehemann und Vater aus Liebe - Lkw-Fahrer und Blogger aus Leidenschaft - unabhängiger Querdenker aus Überzeugung

"Du willst in dieser Welt Spuren hinterlassen? Dann trete in Hundescheiße, das ist einfach, effektiv und geht schnell!"

9 Kommentare

  1. Das ist wie mit den Versicherungsvermittlern, Maklern und Vermögensberatern…

    “ALLES BETRÜGER und sie wollen eh nur dein Bestes”

    Tja so muss sich jeder Berufsstand mit (Vor)Urteilen abfinden

    Die negativen Dinge bleiben eher im Gedächtnis hängen und führen dazu, wogegen die positiven Erlebnisse einfach da sind. Da braucht man nicht drüber zu sprechen

    Lass es Dir am Steiß vorbei rutschen und gut is

    • Ja sicher, am Steiß vorbei ist gut. Richtig aufregen tu ich mich auch nicht. Musste nur mit dem Kopp schütteln als ich die Werbung das erste Mal hörte.

      Mit eurer Branche sehe ich das anders. Da sind wirklich sehr viele schwarze Schafe darunter, doch das bringt das System mit sich.

      Update: Ne, stimmt so nicht. In unserer Branche gibt es auch solche Deppen die sich groß vorkommen wenn sie 16 Std. am Lenkrad gesessen haben und die auch in der Schule nicht die größten Leuchten waren. Doch seit einigen Jahren wird daran gearbeitet das Image der Lkw-Fahrer durch Schulungen und Qualifikationen zu verbessern.

  2. Eben AUCH in meiner Branche wird Qualifikation groß geschrieben und nur mit dieser hat man eine Chance in diesen Jobs.

    ****Ironie*** Da ich mich allerdings nicht (mehr) rechtfertigen muss. Weil ich ja als Zugehöriger der “Schwarze-Schafe-Branche” so viele Leute abgezockt habe und nun meine Kohle mit Nichtstun verprassen kann, darf ich mit meinen nun 45 Jahren jetzt meinen Ruhestand genießen (ok etwas Bürokram muss ab und zu erledigt werden).

    Hach ich bin so froh, dass ich zwar ursprünglich einen anderen Beruf gelernt habe, aber durch Weiterbildung dann doch etwas vernünftiges und lohnenswertes ausführen durfte.

    Euch ein schönes Wochende :-)

  3. Moin erstmal.

    Mir ist diese Werbung auch sauer aufgestossen, aber nur kurz. Banal ;-) ist sie…( ja, ich habe noch mehr Beiträge bei dir gelesen )
    Realität jedenfalls nicht. Keiner spricht so, kaum einer hat solche Namen.
    Wenn ich bedenke, wieviel Technik mittlerweile in den LKW steckt, wird man kaum “solche” Typen Fahrer ( ich hasse das Wort “Trucker”) hinters Steuer lassen, beinahe ist es diskriminierend. Als ob es so einfach wäre…man setzte einen Mann (oder Frau) hinters Steuer und lasse ihn (sie) losfahren…einfach so….zum Zielort/DC und dieser wartet dann, bis abgeladen wird…Er (Sie….das Leben des Brian lässt grüßen ) vertreibt sich dann die Zeit mit
    einschlägigen Magazinen ( Sie natürlich nicht..hehe) und wenn die Fachkraft für Lagerlogistik dann die Tür öffnet, um die Papiere zu überreichen, fällt der ganze Müll der vergangenen 3 Monate auf den Asphalt…böööö…Und weil die Countrymusik derart laut ist, muss er (sie) auch noch mit den zerbeulten Jogginghosen aussteigen…ach…ich wollte mich doch nicht aufregen,,,,,
    Andrea oben hat es genau ausgedrückt…..

    liebe Grüße
    Tina

    • Hallo Tina! Herzlich Willkommen! War eben auch bei dir kurz schnuppern. Das wird eine längere Beziehung mit uns denke ich mal. Hast einen tollen Blog! Machst du auch Auftragszeihnungen z.B. von der tollsten Frau der Welt? Sollte ich eigentlich bei dir fragen ne…. :green:

      • Moin Chef,
        im Moment nicht. Nächstes Jahr und unter Vorbehalt. Frauen können bei Abbilder sehr empfindsam sein :;

        Lg Tina

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