Habe ich mir da etwa wieder mal zu schnell eine Meinung gebildet? Bin ich überstürzt auf den Zug der ewig Nörgelnden aufgesprungen? Habe ich mich all zu schnell verleiten lassen die Neuregelungen der Hartz IV-Sätze als viel zu niedrig einzustufen?
Ich fürchte ja! Oder aber der Kölner Stadtanzeiger vom 28.09.2010 hat auf Seite zwei einfach eine falsche Berechnung aufgestellt und in eine nette Grafik gepackt. Nach dieser Grafik erhält nämlich ein Ehepaar mit drei Kindern folgende Leistungen:
Regelleistung:………………1409,- €
Wohn / Heizkosten:…………..705,- €
GEZ-Gebühr:…………………..17,- €
Mehrbedarf:…………………..entfällt
Bildungsbedarf:………………..63,- €
Das macht zusammen 2177,- € netto! Soviel verdiene ich noch nicht mal brutto. Selbst mit dem Kindergeld komme ich netto nicht auf diese Summe. Wenn also meine Frau nicht auch arbeiten gehen würde hätte eine fünfköpfige Familie die Hartz IV empfängt mehr Geld als wir.
Kann mir bitte mal jemand erklären warum wir eigentlich arbeiten gehen!
PS: Bei einer Recherche im Internet konnte ich die von mir angesprochene Grafik des Kölner Stadtanzeigers leider nicht finden. Ich hätte sie hier gerne präsentiert. Auch der dazugehörige Artikel ist anscheinend nicht online verfügbar.
30. September 2010 um 20:13
Aha. Freut mich, dass Du das gelesen hast.
Berufswunsch: HartzIV
Für was geh ich aufs Gymnasium, muss für ein Studium BaFög beziehen und dann mit Schulden ins Berufsleben starten, wenn ich mich dem Ganzen entledigen könnte und HartzIV-Bezieherin werd. Hallo?
(Ja hatzIV ist nicht toll, ich weiß)
30. September 2010 um 21:37
Naja man kann sich halt immer alles so zurecht Rechnen und den Idealfall herausfiltern. Und ja, manchmal bekommt eine Hartz4 Familie mehr, als ein Alleinverdiener. Um das ganze vergleichen zu können, müsstest du auch alles zusammen addieren, was ihr an Geld zur Verfügung habt. Also beide Gehälter, Kindergeld, evt. noch Wohngeld und und und……
Glaub mir, den meisten Hartz4 Empfängern geht es nicht ugt und die haben auch nicht die Massen an Geld, wie es ab und an dargestellt wird. Die meisten wollen Arbeiten gehen und ihr eigenes Geld verdienen. Das Problem was du hast ist, dass in Deutschland immer noch keine Mindestlöhne gezahlt werden. Man kann nicht immer bei denen kürzen, die eh schon nichts mehr haben um einen gewissen Lohnabstand hinzubekommen, sondern man muss die Löhne erhöhen, damit das hinkommt.
30. September 2010 um 21:59
Na, aber es geht ihnen auf jeden Fall nicht schlechter als mir. Sicher hast du recht mit der Problematik der Niedriglöhne. Wenn allerdings die Einkommen erhöht werden bezweifel ich ob wir dann noch konkurrenzfähig sind. Die Lohnnebenkosten sind zu hoch und von den Sozialabgaben geht zu viel drauf für die Verwaltung. Ich denke da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn man bedenkt das von einem Euro Krankenkassenbeitrag mehr als 50% für die Verwaltung drauf gehen wundert es mich nicht das das Sozialsystem nicht mehr funktioniert.
30. September 2010 um 22:05
Das mag sein, weswegen ich auch immer wieder sage das es nur noch eine Krankenkasse braucht. Aber mit dem Konkurrenzfähig brauchst du mir nicht kommen. Das Problem ist doch eher, dass das Geld von unten nach oben verteilt wird. 80 Prozent der Menschen auf dieser Erde werden immer ärmer, damit 20 Prozent im Geld Baden können. Diese Umverteilung müsste eigentlich andersrum sein. Niemand braucht Milliarden auf dem Konto um anständig Leben zu können. Eine Deutsche Bank sollte auch nicht den Gewinn nur für sich behalten dürfen, sondern sollte 50 Prozent der Gewinne an die Mitarbeiter auszahlen müssen, wobei die Deutsche Bank jetzt nur ein Beispiel ist, es gibt noch sehr viel mehr.
30. September 2010 um 22:13
Mmh – Ok. Mal angenommen du arbeitest körperlich schwer und bekommst dafür 5000,- €. Ein anderer arbeitet nicht ganz so hart und bekommt nur 2000,- €. Nun bekommst du gesagt das du auch mit 2500,- € gut leben kannst und 1500,- € abgeben sollst damit der andere genauso viel hat wie du. Wärst du damit einverstanden? Ich nicht.
Es ist nachvollziehbar das höher qualifizierte oder besonders hart arbeitende Menschen mehr verdienen. Was nicht ok ist wenn Manager Provisionen kassieren obwohl sie die Karre in den Dreck gefahren haben.
30. September 2010 um 22:19
Die meisten die Milliarden auf dem Konto haben, arbeiten aber nicht wirklich schwer. Es geht nicht um die Unterschiede zwischen den einzelnen Arbeitnehmern. Wobei ich dich schon Fragen möchte warum eine Bürokraft mehr verdient als eine Reinigungskraft, obwohl die Reinigungskraft körperlich viel härter Arbeitet als die Bürokraft? Es geht mir aber eher um die Gesamten Manager und Vorstände, die Geld bekommen obwohl sie nichts bringen, denen würden 100.000 Euro doch auch reichen, warum bekommen die aber 3 bis 4 Millionen? Geld, mit dem man im selben Unternehmen wahrscheinlich 20-30 Arbeitsplätze hätte retten oder schaffen können?
30. September 2010 um 22:26
Das ist wohl wahr das die Gehälter der Top-Manager in keinem Verhältnis mehr zu der geleisteten Arbeit stehen. Dennoch, das größte Problem ist der Verwaltungsapparat. Egal ob in der privaten Wirtschaft oder beim Staat. Zu viele (Manager) müssen mit durchgefüttert werden, auch wenn sie nicht zur Produktivität beitragen. Darum meine ich auch das die Lohnnebenkosten zu hoch sind. Was spricht gegen eine einzelne Krankenvers., so wie du bereits sagtest. Dann gäbe es wesentlich weniger Verwaltung und das Geld könnte für die Kranken gentzt werden.
also ich kann schon verstehen, dass einige sagen lieber Harz 4 als arbeiten. Ich glaube auch, dass man genügend bekommt. Auch , wenn einige meinen, das reiche nicht. Ich denke schon, denn im Grunde soll man sich ja auch nicht auf Harz 4 ausruhen, sondern dann sich bemühen arbeit zu finden ;)
Als wir noch in Deutschland lebten haben beide gearbeitet und festgestellt, dass einige mit Harz4 besser da standen als wir. ich finde jeder ist sich selber des Goldes Schmied wie man sagt und jeder ist für sein leben wie er lebt selber verantwortlich.
Klar ist es schwer in Deutschland arbeit zu finden, aber nicht unmöglich. Ich war auch einige Jahre Putzen gegangen und? das hat mir nicht geschadet –> hauptsache ich hatte arbeit und verdiente mein eigenes Geld. ist halt meien Meinung dazu .
PS: ich hatte damals ( 2000) auch für ein knappes Jahr mal Sozial hilfe bekommen und kam gut zurecht damals und weis wie das ist ganz wenig zu haben. Nur habe ich an mich geglaubt und bin auch aus dem rausgekommen .
01. Oktober 2010 um 06:51
Gute Einstellung :!:
02. Oktober 2010 um 08:29
Stell Dir mal vor, wir würden für ne Weile alle nicht mehr arbeiten gehen… dann hätte sich das Thema ganz schnell erledigt, es gäbe kein Hartz IV mehr, weil keiner mehr da wäre, der das bezahlt…
02. Oktober 2010 um 10:00
Ich kann mit deinem Kommentar jetzt nicht wirklich viel anfangen. Erkläre dich!
Kommt der Artikel so rüber das ich nicht mehr arbeiten will? Soll er nicht. Ich kanns nur nicht verstehen bei diesen Zahlen das es Hartz IV Empfänger gibt die sich beschweren.
02. Oktober 2010 um 10:08
Nee, ich glaube nur, dass sich jeder halbwegs normal Verdienende die Frage stellt, warum er bei solchen Hartz4 Bezügen überhaupt noch arbeiten gehen soll. Da winkt in meinen Augen “das leichte Leben”. Den ganzen Tag nur tun was man gerade mag und schön versorgt gut leben können…
Und andersherum versteht sich dabei wiederum von selbst, dass die wenigsten Hartz4 Empfänger einen Antrieb haben arbeiten zu gehen. In den meisten Fällen stehen sie gleich, wenn nicht sogar schlechter da aus Einkommentssicht.
Da ist was ziemlich heftig faul an diesem System ;-)
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Ja das frage ich mich auch immer wieder, warum man als Hartz 4 Empfänger Familie so ein schönes Leben hat und andere sich den Buckel krumm arbeiten müssen und weniger zur Verfügung haben. Jedoch sind 2000 Euro für eine 5-köpfige Familie nicht gerade viel. Du hast allerdings etwas vergessen, für die 3 Kinder bekommt die Familie natürlich obendrauf auch noch Kindergeld, was dann um die 600 Euro liegt. Damit lässt es sich doch gut leben.