Keine Frage, Traditionen sind wichtig. Sie geben einem Halt, helfen einem seinen Platz zu finden in der Gesellschaft und fördern das Miteinander. Doch wie weit kann man gehen, wenn eine in der Gesellschaft fest verankerte Tradition kollidiert mit der eigenen Lebenseinstellung, der eigenen Berufung? Ist es in Ordnung, nur um in der Gesellschaft mehr Akzeptanz zu erfahren seine eigenen Wertevorstellungen ein Stück weit über Bord zu werfen?
Worum gehts hier genau? Nun, jedes Jahre aufs Neue ziehen sich die vorwiegend männlichen Dorfbewohner eine Art Uniform an, marschieren durchs ländliche Idyl mit viel Tam Tam, treffen sich am Schützenplatz und ballern mit Waffen auf ein Stück Holz um den sichersten Schützen unter sich zu finden. Der ist dann ein Jahr lang König der illustren Gemeinschaft, was er auch ausgiebig mit seinen Kumpanen feiert.
Mitten unter diesen anscheinend Waffen liebenden Gesellen tummelt sich der katholische Pfarrer. Zwar habe ich ihn noch nicht selber auf das besagte Stück Holz mit einer Waffe zielen sehen, doch gehört er mit zu der Truppe. Denn seinen Talar tauscht er an diesen Tagen mit der Uniform des Schützenvereins, marschiert fleißig mit und grinst in die Menge.
Da frage ich mich jedes mal was der da zu suchen hat. Der ist doch auf Grund seines Berufes / seiner Berufung für das Leben, den Frieden und für das friedliche Miteinander unter den Menschen. Würde er seinen Beruf ernst nehmen sollte er doch eigentlich am Wegesrand stehen und gegen die Verherrlichung von Waffen demonstrieren.
Ich denke er marschiert da nur mit um akzeptiert zu werden und mit ein wenig Glück am Sonntag Morgen ein paar mehr Leichtgläubige in der Messe zu sehen. Meiner Meinung nach ist so ein Verhalten scheinheilig und verlogen.
Auf der einen Seite Nächstenliebe predigen und auf der anderen das Spiel mit Waffen gut zu heißen passt einfach nicht zusammen!
Verstehen könnte ich wenn sich der Pfaffe bei der Tafel engagieren würde anstatt beim ortsansässigen Schützenverein. Doch die haben nicht so eine starke Lobby, das bringt anscheinend nicht so viel im Opferstock.




wie du weisst, bin ich ja auch in einem schützenverein. und laut satzung ist jede historische bruderschaft der katholischen kirche angebunden, weshalb euer schwarzrock schon fast gezwungen ist, den präses für den verein zu geben.
zwar werden schützenvereine immer mitt suff und ballerei gleichgestellt, was in einem bestimmten maße auch stimmt. allerdings wird nie darüber berichtet, dass schützenvereine auch karitative einrichtungen und ähnliches unterstützen. unser präses schiesst übrigens nicht mit, obwohl er es eigentlich dürfte…
und mit akzeptanz hat das ganze sehr wenig zu tun, denn ob er jetzt präses ist/wäre oder nicht, zu jedem fest der schützen gehört der gottesdienst. da braucht er nicht zu werben, die grünen kommen automatisch…
Dennoch finde ich es mehr als merkwürdig das ein Pfarrer in einem Verein Mitglied ist, der einem “Sport” nachgeht bei dem Waffen die Hauptrequisite sind. Ich finde so etwas scheinheilig.
Auch wenn Schützenvereine karitative Aufgaben wahrnehmen bleiben sie doch in der Hauptsache Vereine mit einer militärischen Grundstruktur.
Was den Pfaffen anbelangt, da gebe ich dir recht, der hat in meinen Augen da auch nichts verloren. Was die Schützenvereine im Allgemeinen angeht, dort werden Waffen nicht als Waffe angesehen sondern sind ein Sportgerät und wollen auch so verstanden werden. Auch der Schießsport ist Sport auf allerhöchstem Niveau wenn er richtig betrieben wird und Saufgelage gibt es auch bei der Feuerwehr, dem THW, dem Fußballverein usw.