am Lenkrad drehen kann jeder

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Einen Lkw zu fahren lernt ein jeder in der Fahrschule. Durch die Fahrstunden werden die Abläufe einstudiert und gehen schließlich in Fleisch und Blut über. Automatismus ist das Zauberwort. Der eine lernt schnell, der andere braucht etwas länger um instinktiv und richtig auf die jeweilige Situation zu reagieren. Talentiert ist, wer Abstände richtig einschätzen kann beim rangieren. Doch am Lenkrad drehen können wir Lkw-Fahrer alle.

Die Spreu trennt sich vom Weizen wenn es um die Einhaltung aller Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen geht. Dabei meine ich jetzt gar nicht mal unbedingt die STVO. Sich nach der zu richten ist relativ einfach. Nein, gemeint sind alle weiteren Regelwerke, die je nach Transport für einen relevant sind.

Da ist zunächst einmal die Lenkzeitverordnung. Diese regelt wie viele Stunden am Tag ein Lkw gefahren werden darf, nach wie viel Stunden eine Pause einzulegen ist, wie hoch die 14-tägige Lenkzeit sein darf und welche Ausnahmen es zu diesen Regeln gibt. Dabei darf aber nicht das Arbeitszeitgesetz außer Acht gelassen werden, welches sich allerdings in einigen Punkten mit der Lenkzeitverordnung beißt.

Werden gefährliche Güter befördert muss sich an die Bestimmungen des ADR gehalten werden. Auch hier sind eventuell Ausnahmen zu beachten – das kommt auf die Klassifizierung des Gefahrgutes an.

Um bei jedem Transport größtmögliche Sicherheit zu erlangen gibt es die Ladungssicherung. Auch hier gibt es Vorgaben wie diese durchgeführt werden muss.

Der technische Zustand des Lkw und seiner Ausstattung erfordert auch eine fristgerechte Prüfung. Nicht nur etwa wie beim Pkw eine zweijährige TÜV-Prüfung. Nö, beim Lkw gibt es noch eine jährliche Sicherheitsüberprüfung, eine zweijährige Prüfung eventuell vorhandener Feuerlöscher, eine alle zwei Jahre durchzuführende Kalibrierung des EG-Kontrollgeräts bzw. bei älteren Lkw des Fahrtenschreibers / Tachographen, bei Hebebühnen eine Prüfung nach UVV usw.

Selbst bei den Papieren, die mitgeführt werden müssen, gibt es je nach Transport Unterschiede. Neben Führerschein und Fahrzeugschein müssen weitere Dokumente auf Verlangen der Kontrollorgane vorgezeigt werden können, z.B. bei bestimmten Gefahrgütern eine Wegbeschreibung, bei gewerblichen Transporten eine EU-Lizenz.

Da ist es gar nicht so einfach den Überblick zu behalten und immer auf der sicheren Seite zu sein. Erschwerend kommt noch hinzu das sich diese Regelwerke alle Nase lang ändern. Gerade in den letzten Jahren ist da viel passiert im Zuge der Anpassung an europäisches Recht.

Man könnte meinen das der Gesetzgeber, sitzt er nun in Berlin oder Brüssel, diesen unübersichtlichen Paragraphen Dschungel nur geschaffen hat um bei Kontrollen von uns Brummifahrern anständig abzukassieren.

2 Antworten zu “am Lenkrad drehen kann jeder

  1. der job des kraftfahrers wird oft unterschaetzt, viel oefter auch nur belaechelt, was wohl daran liegt, dass wir in diesem land keinen allzu guten ruf haben.

    du hast recht – es gibt mehr zu beachten als in manch anderem job, der zudem noch besser bezahlt wird. auch ich wuerde mir mehr unterstuetzung anstelle der permanenten drangsaliererei durch die behoerden wuenschen – und wenn es nur regelmaessige schulungen sind oder info-broschueren zu aenderungen. die unternehmer selber bekommen diese zwar regelmaessig vom verband – aber nur wenige geben diese auch an ihre fahrer weiter.

    ehrlich gesagt gibt es aber auch sehr viele fahrer, die das klischee stuetzen, was wir in der oeffentlichkeit haben. wir tragen vollgeschwitztes feinripp, sind staendig uebermuedet und ruecksichtslos. was wir teilweise ertragen muessen durch draengelnde pkw, welche auflagen wir befolgen muessen, welchem druck wir ausgesetzt sind…darueber machen sich die wenigsten gedanken.

    ich habe aber auch hoffnungen: durch den neuen “qualifizierten kraftfahrer” wird sich in zukunft einiges aendern. angefangen bei der bezahlung, ueber die staerkung des verantwortungsbewusstseins bis hin zur besseren ausbildung wird das neue qualifizierungsgesetz einiges FUER den fahrer bringen. bleibt abzuwarten, ob die arge dann noch immer hinz und kunz zur ausbildung schickt. zumindest wird nicht mehr jeder honk finanziell in der lage sein, die entsprechende fahrerlaubnis zu erwerben.

    nun fehlt nur noch das umdenken in den koepfen der nicht-kraftfahrer und vor allem in den koepfen der politiker.

    • Vor allem sollten Disponennten und Chefs stärker zur Kasse gebeten werden. Warum werden wir kontrolliert von der BAG, der Betrieb aber nicht wenn es Unregelmäßigkeiten gibt? Da liegt vieles im argen.

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