Der Jons hat immer Probleme sein Zimmer aufzuräumen und diesen Zustand dann auch aufrecht zu erhalten. Meine Frau meinte vor einiger Zeit das es in seinem Alter (10) zu viel verlangt sei das er es immer komplett aufräumen muss. Damit sei er überfordert und dadurch sehe das Zimmer immer aus als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte.
So durchzuckte mich vor ein paar Tagen ein Geistesblitz der pädagogisch wertvollen Art, den ich sofort in die Tat umsetzte. Ich traf mit Jonas die Vereinbarung das er jeden Tag immer nur eine halbe Stunde aufräumt. Mal die linke Ecke, mal das Regal und am nächsten Tag von mir aus die Schubladen unter seinem Bett. Ich erklärte ihm auch warum wir das nun so machen wollen und er verstand es auch – scheinbar.
Zufrieden mit meiner erzieherischen Glanzleistung sonnte ich mich in dem Gefühl wieder einmal das Richtige getan zu haben. Als ich jedoch vorhin in Jonas Zimmer ging um zu sehen ob es schon Fortschritte gibt was die Beseitigung des Chaos angeht musste ich feststellen das er die ganze Woche nichts aufgeräumt hatte.
Also zitierte ich ihn zu mir und gab mich enttäuscht. Schließlich hatten wir doch eine Vereinbarung. Ich fragte ihn warum er sich nicht daran gehalten hat und ob ihm egal sei wenn ich traurig bin. Er schaute mich ganz lieb an, streichelte meinen Arm und erwiderte: “Aber Papa, das ist doch nur die Theorie, die Praxis sieht doch immer anders aus!” Sprach es, grinste von einem Ohr zum anderen und verschwand im nah gelegenen Wald um den Fröschen das Leben schwer zu machen.
Auch wenn ich mir jetzt was Neues ausdenken muss um ihn zum aufräumen zu animieren – für solche Sprüche liebe ich ihn und bin mächtig stolz.




na, der weiß schon, wie er den Papa erzieht :8
Jo, das kann ich unterschreiben