back to the roots

Gerade eben bin ich bei Prinzess über einen Link gestolpert zu dem Artikel “Fight for more own content in Blogs” vom Monsterdoc der mich zu diesem Artikel hier inspiriert hat.

Dem Doc stößt sauer auf das es mittlerweile immer weniger private Blogs in der deutschen Bloggerlandschaft gibt, die über die eigene kleine Welt berichten. Er schreibt:

Das Eigene, das Originale fehlt zunehmend in der deutschen Bloggerszene. Zuviel aufbereitet, zuviel kommentiert, zuviel gefiltert, zuviel immer wieder kehrende Informationen.

Vielleicht sollte man sich ganz einfach noch mal klar machen wo das Wort Blog seinen Ursprung hat. Es ist die Kurzform von Weblog, was soviel bedeutet wie Diary oder Tagebuch. Wenn sich nun jeder Berufene bevor er versucht seine Gedanken mittels eines Blog der Allgemeinheit mitzuteilen  sich die Frage stellt ob er das auch in sein Tagebuch schreiben würde und diese Frage mit ja beantworten kann gäbe es wesentlich weniger Blogs die einfach nur die News aus irgendwelchen RSS-Feeds ein wenig aufbereiten und veröffentlichen.

Wenn ich den neusten Klatsch und Tratsch aus der Welt der Schönen und Reichen wissen will, mich über irgendeine politische Entwicklung informieren will oder wenn ich wissen will wie hoch der FC Bayern München  verloren hat dann gehe ich auf diverse Nachrichtenportale und nicht auf einen Weblog.

Weblogs lese ich um zu erfahren was andere so treiben in ihrem Leben, wie sie ihre Kinder erziehen oder ob sie die große Liebe gefunden haben. Blogs die einfach nur die News abtippen, den aktuellen Lifestream abkupfern bzw. nur über Themen schreiben die gerade aus welchem Grund auch immer hipp sind langweilen mich.

Sicher gehören auch Politik, Wirtschaft oder auch der Sport zum täglichen Leben und wenn Lieschen Müller ihre persönliche Meinung  auf ihrem Blog vertritt zu solch einem Thema ist das ok und regt im günstigsten Fall dazu an die Dinge von einer anderen Seite zu betrachten und sich Gedanken zu machen, anstatt alles als selbstverständlich hinzunehmen. Aber auf Artikel nach der Manier…

Demonstranten geben auf
Nach Ausschreitungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wollen sich die Regierungsgegner urückziehen. Sie hätten die vor dem Regierungssitz versammelten Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen. “Wir müssen das Leben jedes unschuldigen Bürgers bewahren, dessen Ziel nichts anderes war, als die Demokratie zurückzubringen”, rief Veera Musikapong.

(Quelle: tagesschau.de)

Im Original lautet der Text:

Machtkampf in Thailand
Demonstranten geben “vorerst” auf
Nach den schweren Ausschreitungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wollen sich die Regierungsgegner vorerst zurückziehen. Sie hätten die vor dem Regierungssitz versammelten Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen, berichteten die Fernsehsender TPBS und The Nation. “Wir müssen das Leben jedes unschuldigen Bürgers bewahren, dessen Ziel nichts anderes war, als die Demokratie zurückzubringen”, rief Veera Musikapong, einer der Anführer, den “Rothemden” zu.

(Quelle: 

…kann ich gerne verzichten. Also Freunde! Erinnert euch an die Wurzeln und produziert wieder mehr eigene Inhalte. Seid kreativ und schreibt über das was euch wirklich bewegt und versucht nicht zwanghaft Themen zu bedienen, von denen ihr denkt das sie eure Leser interessieren. Da leidet nur die Qualität eures Blogs und der deutschsprachigen Bloglandschaft drunter. Und wenn ihr unbedingt irgendwelche allgemeinen News mitteilen wollt  dann nutzt dafür twitter. 140 Zeichen sollten reichen um einen Link eines Newsportals zu verbreiten.

Übrigens stellt der Doc einen Button zur Verfügung, den sich jeder auf den Blog pappen kann der auch über diese negative Entwicklung unzufrieden ist. Bei mir findet ihr den Button unten  rechts bei den anderen bunten Bildchen ;)

7 Antworten zu “back to the roots

  1. Ich habe bewusst nicht von der “Aktion” beim Monsterdoc berichtet, weil es für mich einfach eine Selbstverständlichkeit ist, eigenen Content zu schaffen, anstatt News oder was ja viel beliebter derzeit ist, Entertainment und Stars&Sternchen-Sachen abzuschreiben, nur um möglichst viele Besucher auf seine Webseite zu bekommen. Ein Blog muss sich einfach klar von der restlichen Journaille abgrenzen (darüber blogge ich ja derzeit), sonst geht der Schuss nach mehr Individualität nach hinten los und Blogger sind noch mehr eine aussterbende Randgruppe, die sie jetzt schon zu sein scheinen.
    Die, die trotzdem meinen, News oder was auch immer ohne vorrangig mit eigener Meinung zu versehen und nicht mehr Tagebuch im eigentlichen Sinne schreiben, die werden von mir einfach ignoriert. Einfach abschalten wie wir das ein Glück ja auch noch beim TV machen können.

  2. mein content ist alles geklaut, aber so was von… deshalb hab ich mir den button auch mal gemopst… 8)

  3. Ich kann dem nichts mehr hinzufügen! Danke der Artikel trifft den nagel auf den Kopf!

  4. @ Hartmut: Aber dann ist es doch gut mal den Finger zu heben und darauf aufmerksam zu machen. Vielen ist das vielleicht gar nicht bewusst das sie ein Tagebuch führen und kein Newsportal.

    @ Rio: Genau das wollte ich zum Ausdruck bringen.

    @ Hans: du nun wieder ;) ….

    @ Ecki: aber gerne!

  5. @Luigi: Akzeptiert. Ich bin manchmal wirklich zu “schnell” – hast Recht!

  6. Da kann ich nur zustimmen! In meinem Feedreader sind zu 100% nur private Blogs die sich um die eigene kleine Welt drehen, denn die les ich einfach viel lieber. Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich viele Jahre (bis zum Tod des Anbieters) ein online journal hatte und nur deswegen schließlich meinen eigenen Blog erschaffen habe :)

  7. Danke für Deinen Post. Ich glaube schon, dass es in der Bloglandschaft eine Rückbesinnung auf “alte Tugenden” geben sollte. Damit meine ich nicht nur Tagebücher, sondern auch eigene (kreative) Inhalte. Und: Blogger lieben nunmal Buttons …

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