Gestern abend telefonierte ich mit meiner Schwägerin. Sie hat bei ihrem neuen Arbeitgeber die Möglichkeit für ganz kleines Geld diverse Sportangebote zu nutzen. So kann sie unter anderem einen Fitnessraum mit jeder Menge Maschinen nutzen oder das hauseigene Schwimmbad besuchen. Es kam wie es kommen musste: sie hat schon 15 kg Gewicht verloren und nun hat sie der Ehrgeiz gepackt. Sie will noch mehr abnehmen.
Jetzt komme ich ins Spiel. Sie rief mich an um von mir Tipps das Laufen betreffend zu erhalten. Als wenn ich nun der große Läufer-Guru wäre und Ahnung vom Laufen hätte. In meinem Regal stehen ein paar Bücher zu dem Thema und ich bin ganz gut wieder ins Training rein gekommen aber deswegen bin ich bestimmt nicht die richtige Anlaufstelle wenn es um Fragen zum Laufen geht. Wie bei allem würde ich bei mir nur von einem gefährlichen Halbwissen reden.
Das machte ich auch Gestern meiner Schwägerin klar. Ok, sie akzeptierte meine Gründe warum ich ihr keine großartigen Tipps geben kann, doch locker ließ sie nicht. Ihre nächste Frage zielte dann auf meine Motivation ab. Warum ich eigentlich jetzt wieder mit dem Laufen angefangen habe.
Ich antwortete nicht etwa: “Weil ich abnehmen will.” oder “Weil ich mehr für meine Gesundheit tun will.” oder “Weil ich glaube das es gut für meinen Kreislauf ist, mein Immunsystem gestärkt wird und mein Körpergefühl sich verbessert.” oder noch besser “Weil ich durch das Laufen versuche Körper und Geist in Einklang zu bringen.”
Das trifft zwar irgendwo alles zu, doch hätte ich dies ja auch mit Fahrrad fahren, schwimmen oder walken erreichen können. Warum also entschied ich mich Anfang März dazu die Laufschuhe anzuziehen und in der Gegend herum zu rennen.
“Weil ich für mein Leben gerne laufe.”
So simpel ist das. Und diese einfache Erklärung ist auch entscheidend für den Erfolg meiner Lauferei. Denn wenn ich laufe um abzunehmen, sich dann bis auf einen kleinen Schub am Anfang aber nichts oder nur sehr wenig auf der Waage tut, verliere ich ganz schnell wieder die Laust an diesem Sport und falle wieder auf die Couch zurück. Wenn ich aber laufe um des Laufens willen ist es egal ob ich damit mein Gewicht reduziere, welche Zeiten ich laufe und ob sich mein Körpergefühl positiv verändert.
Der Weg ist das Ziel!
Ich laufe, das ist entscheidend! Alles andere wie Gewichtsreduktion, besserer Stoffwechsel, mehr Lebensqualität, intensiveres und besseres Körpergefühl, ausgeglichenes und selbstbewusstes Auftreten, höhere psychische und physische Leistungsfähigkeit kommen ganz von alleine. Man darf es nur nicht erzwingen wollen sondern muss kontinuierlich trainieren.
Alles braucht seine Zeit – auch laufen!
Zum guten Schluss gab ich ihr dann doch ein paar allgemeine Tipps, die bestimmt nichts kaputt machen und für Laufanfänger in der Regel zutreffen.
- Nicht zu schnell zu viel wollen
- Vernünftige Laufschuhe verwenden
- Vor dem Laufen vernünftig warm machen
- Nach dem Laufen die Muskeln dehnen
- Zu Beginn ruhig auch mal Teilstücke gehen
Ja, und dann bot ich ihr noch an mit ihr gemeinsam zu laufen. Sie will aber erst mal alleine anfangen und wenn sie dann die ersten Kilometer durchlaufen kann gerne auf mein Angebot zurück kommen.

Jeder Mensch empfindet anders.
Und jeder spürt andere Dinge.
Ich kann keinem erklären warum ich es tue.