Ein zuweilen ziemlich verrückter Berliner titulierte mich mal als unabhängigen Querdenker. Für mich ein Kompliment, strebe ich doch danach mich aus der trägen Menge heraus zu heben. Ich will rebellisch sein, mich nicht anpassen, am liebsten mit dem Kopp durch die Wand – typisch Stier halt, auch wenn ich an diesen Hokus Pokus nicht glaube.
Ich liebe es in der Opposition zu sein, mein Gegenüber heraus zu fordern mit Argumenten, wenns sein muss sogar unsachlich, jedoch niemals verletzend oder beleidigend. Wenn man so will hab ich mir damit ein Stück meiner Jugend bewahrt. Denn es heißt doch die Jugend sei rebellisch, handelt unüberlegt und will immer anders sein als es die Gesellschaft erwartet – allein schon aus Prinzip.
Nun hat mir dieser “Mensch” aus Berlin grade eben beim chatten vorgeworfen ich hätte bei meiner Themenwahl hier im Blog kein Gefühl für den Zeitgeist, den Mainstream oder wie immer man es umschreiben will möglichst viele Leute auf den eigenen Blog aufmerksam zu machen. Er Es wollte mich mit dieser Äußerung anscheinend aus der Reserve locken. Mich reizen um seinen Vorschlag an zu nehmen, in Zukunft exklusiv auf seinem Blog zu schreiben.
Doch da hat er sich ein Eigentor geschossen. Denn anstatt das ich mich über ihn aufregte machte sich bei mir eine tiefe Zufriedenheit breit. Denn genau das will ich ja mit meinem Blog. Nicht mit dem Strom schwimmen, nicht konform sein mit den aktuellen Themen der Bloggerwelt. Klar ist mein Blog dadurch vielleicht nicht so bekannt wie die Großen der Szene, aber das ist mir ziemlich egal.
Da verzichte ich lieber auf eine gute Platzierung in den einschlägigen Charts oder bei Suchergebnissen der marktbeherrschenden Datenkrake und schreib weiter wie und was ich will. Ich bleibe mir selber treu, verbiege mich nicht nur der schnöden Statistiken wegen. Es reicht schon das ich hier von trigami bezahlte Artikel poste um meine Kriegskasse ein wenig zu füllen.
Und dennoch fühle ich mich hier manchmal gehemmt, benutze keine “bösen Wörter”, auch wenn ich bei manchen Themen die ich hier behandle vor Wut schreien und wild los fluchen könnte. Darum habe ich vor ein paar Wochen einen zweiten Blog ins virtuelle Leben gerufen mit dem Anspruch dort zu schreiben wie mir die Schnauze der Mund gewachsen ist. Dort will ich einfach drauf los texten, ohne halbwegs vernünftigen Satzbau und ohne Korrektur zu lesen. Leider gelingt mir dies noch nicht, auch da habe ich Angst den Leser durch eine zu harte Sprache zu vergraulen oder gar zu beleidigen.
Jetzt würde mich aber trotzdem interessieren wie meine Stammleserschaft die Sache sieht. Schreibe ich hier so wie dieses Individuum behauptet nur schnöden langweiligen Kram, immer gekonnt an den wirklich wichtigen Themen des Tagesgeschehens vorbei? Wenn das so ist frage ich natürlich weiter warum dann täglich zwischen 250 und 300 wunderbare Menschen den Weg hier hin finden. Sind die nur zu faul mich wieder aus ihrem Reader zu schmeißen?




Lass Dich nicht verbiegen, schreib wie dir der Schnabel gewachsen ist. Mir ist das auch scheissegal, wo ich in welcher Liste bin und ob mich jemand liest oder nicht.Wenn ich was zu schreiben habe, dann schreibe ich auch. Und wenn nicht, dann eben nicht.
Ist doch DEIN Blog!
Ich bin schon immer ein Verfechter der “Mach beim Bloggen Dein Ding-Philosophie” gewesen.
Meiner Meinung nach, suchen viel zu viele Blogger den, wie hast Du das so schön geschrieben:
…den Mainstream oder wie immer man es umschreiben will möglichst viele Leute auf den eigenen Blog aufmerksam zu machen…
Dieser Weg bringt vielleicht ein paar mehr Kommentare, aber ist das wirklich der Sinn beim Bloggen. Ich finde nicht. Ich finds nur langweilig, den x-ten Artikel über eine Sache zu lesen, über die man gerade schreiben “muss”, weil das alle machen.
Auch wenn ich viel zu wenig zum kommentieren komme, ich lese trotzdem gerne hier mit.