Emotionen

Ein kurzer Blick auf die Digitalanzeige seines Radioweckers verrät ihm das es weit nach Mitternacht ist. Das fahle Licht der Mondscheibe lässt sein angespanntes Gesicht wächsern erscheinen, blutleer. Auch wenn er ganz ruhig da liegt und den leisen Stimmen der Nacht lauscht, ein knarrendes Brett irgendwo im Gebälk über sich, der Ruf einer Eule aus der Ferne, die Bewegung einsamer Schatten auf dem Gehsteig, so ist er innerlich alles andere als ruhig. Seine junge Seele ist verwirrt, ratlos. Er könnte schreien! Nicht vor Schmerz – nein – weil er nicht weiß was da gerade passiert, in seinem Körper, in seinem Kopf, in seiner kleinen Welt.

Plötzlich verändert sich alles. Seine Freunde, seine Interessen, sein Körper. Die Welt ist nicht mehr so wie sie es noch vor den großen Ferien war. Da hat er sich täglich mit seinen Kumpels getroffen, über Fußball, Autos und die dicken Titten der Religionslehrerin geredet. Sie haben gelacht wenn sie sich vorstellten wie die Bluse von Frau Mahler platzen würde und die ganze Klasse diese gewaltigen Brüste sehen könnte. Doch das war einmal und er ahnt, nein er weiß bereits das es niemals wieder so sein wird.

Heute lacht er nicht wenn er an die dicken Dinger von Frau Mahler denkt. Heute wird ihm dabei ganz komisch in der Magengegend, ein merkwürdiges Verlangen ergreift ihn, er will diese Brüste anfassen und drücken. Bei diesem Gedanken richtet sich sein Schwanz auf, wird knüppelhart und als er ihn berührt entlädt er sich unter der Bettdecke. Irgendwie ist es eklig in seinem eigenen warmen Samen zu liegen aber eigentlich ist es auch geil, die Sekunden kurz vor dem Höhepunkt, wenn sein Denken aussetzt, jede Faser seines jungen Körpers zum zerreißen angespannt ist, jeder Nerv auf das Äußerste sensibilisiert gierig wartet auf den nächsten Reiz, verursacht durch seine eigene Hand.

Ein Schrei der Erleichterung sammelt sich in den Tiefen seiner Lungen, will heraus brechen aus ihm. Doch er unterdrückt ihn, würgt ihn ab um seine Eltern nebenan nicht zu wecken. Frust überfällt ihn. Er weiß, könnte er schreien wäre der Orgasmus um ein vielfaches intensiver.

Dann endlich schläft er ein. Ein Lächeln umspielt seine Mundwinkel. Er träumt von dem Mädchen aus seiner Parallelklasse deren Namen er nicht kennt. Immer wenn er mit ihr reden will fängt er an zu stottern, verhaspelt sich, wird rot. Sie hat keine großen Brüste, ihre Figur ist eher noch knabenhaft. Doch ihr zaghaftes Lächeln wenn sie vorbei geht, ihre blauen Augen, tief wie Ozeane, die ihn fragend anstarren, ihre filigranen Finger, zarten Rosenblüten gleich, die seine Hand einmal im Kunstunterricht gestreift haben lassen ihn im Schlaf tief aufseufzen.

Wenn er an sie denkt hat er kein sexuelles Verlangen, ihr Körper weckt nicht seine Begierde, seine Lenden bleiben kalt. Und dennoch oder gerade deswegen wird er sie in drei Jahren umbringen. Doch das ist eine andere Geschichte.


3 Antworten auf Emotionen
  1. Trixi sagt:

    Du haa6t aber Gedankengänge … :eek: :mrgreen:

  2. Trixi sagt:

    oh, das sollte heißen “hast” … muß noch ein bißchen üben mit dem Netbook … :wink:

  3. barbara   )
    sagt:

    ich bin beeindruckt, was alles in dir steckt ;-)

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:~ :ups: :roll: :p: :o :lol: :idea: :grin: :green: :eek: :devil: :bad: :arrow: :?: :; :8 :/ :)) :) :(( :( :!:

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publiziert am 9. 09. 2009
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