Blogparade: Schulschwänzer

Die Frau von Kroetengruen hat eine wirklich interessante Blogparade ins virtuelle Leben gerufen bei der ich völlig uneigennützig mitmache (ich will unbedingt diesen Orden).

Tja, das mit der Schule schwänzen war bei meiner einer so eine Sache. Eigentlich hatte ich dies gar nicht nötig da ich immer gut mitgekommen bin im Unterricht und nie Angst vor einer Arbeit hatte. Außerdem war meine liebe Mutter zu der Zeit Putze Raumpflegerin in diesem Tempel des Wissens, was für mich eine echte Abschreckung darstellte. Nicht nur das sie die Lehrer täglich grüßte, wenn diese Mittags an ihr vorbei gingen. Nein, mit manchen führte sie sogar Gespräche! Meistens war ich dann das Thema dieser Konversation, was sich grundweg immer negativ auf meine Freizeit auswirkte. Ich glaube ich muss nicht extra erwähnen das ich auch ohne die Schule zu schwänzen eine sehr schwere Kindheit hatte.

Und dennoch, einmal (in Zahlen: 1x) wagte ich in meiner zehnjährigen Schulkarriere eine Englischstunde zu schwänzen. Es stand eine Arbeit an und ich hatte nicht geübt, außerdem konnte mich der Lehrer nicht leiden und mir machten extreme Kopfschmerzen zu schaffen, bedingt durch einen pubertären Hormonschub, ausgelöst von diesem süßen kleinen schwarzhaarigen gut gebauten 12-jährigen Mädchen, das ganz unschuldig neben mir saß.

Na ja, egal. Es hat noch nicht mal bis Mittags gedauert bis das mein Fehlen auffiel. Ich Doofmann traute mich auch nicht die Schule an diesem Tag ganz hinter mir zu lassen sondern blieb einfach draußen auf dem Schulhof. Fällt ja nicht auf. Ein Schüler ganz allein in der Rauchecke…

Bereits in der dritten Stunde rückte meine strenge wenn auch liebe Mutter in der Schule an und durfte mich im Sekretariat in Empfang nehmen. Sie sagte nicht viel. Das “Reden” überließ sie Abends meinem gerechten wenn auch extrem kräftigen Vater. Diese Diskussion verlief recht einseitig und nur mit wenig Worten, dennoch dauerte sie geschätzte zwanzig Minuten.

Was soll ich weiter berichten? Auch wenn es nur dieses eine mal gab hatte es doch gravierenden Einfluss auf meine weitere Entwicklung. Ich wurde nicht etwa zum Streber oder gar zum Musterschüler. Nöö – ich wurde vorsichtiger und verfeinerte meine Verschleierungstechniken bei dem Blödsinn den ich verzapfte. Und das war nicht gerade wenig.

Wenn ich Heute als Vater in die Schule muß, weil unsere Kids Blödsinn gemacht haben denke ich oft zurück und schäme mich ein wenig dafür was ich meinen Eltern damals angetan habe. Aber so ist das Leben!

Groß werden wir alle irgendwie und trotz dem ganzen Mist den wir prodiziert haben ist aus uns halbwegs was geworden. Dieser Gedanke lässt mich bei unseren Kids immer wieder neuen Mut schöpfen.

Ehemann und Vater aus Liebe - Lkw-Fahrer und Blogger aus Leidenschaft - unabhängiger Querdenker aus Überzeugung

"Du willst in dieser Welt Spuren hinterlassen? Dann trete in Hundescheiße, das ist einfach, effektiv und geht schnell!"

4 Kommentare

  1. Schöner Beitrag! Wahrscheinlich biste nur entdeckt worden weil Du in der Raucherecke nicht geraucht hast :smoke:

    Aber mal ehrlich: Schlimmer als eine in der Schule putzende Mutter kann doch nur ein Lehrkörper- Elternteil sein, von dem man dann noch unterrichtet wird :mrgreen:

    Besonders Lob für die “gut gebaute 12-Jährige” :titts: :mrgreen:

  2. Pingback: kroetengruen.de » Blog Archive » Schulschwänzer- Blogparade

  3. Hallihallo…. Habe ich Dich endlich gefunden!!!

    Eine schöne Seite UND eine tolle Blogparade… Ich persönlich habe ja immer in der Berufsschule geschwänzt… Aber die Lehrer haben eh nicht mitbekommen, ob jemand fehlt oder nicht… Das war denen ziemlich latte. Und diese Freiheit, musste ich natürlich ausnutzen. *g*

    LG, ISA-BRATZE :vic:

  4. Pingback: gruebeleien.de

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