biegen sie rechts ab

Wer kennt sie nicht, diese wohlklingenden, peinlich genau artikulierenden und dennoch irgendwie unpersönlichen Stimmen? Wir verlassen uns blind auf sie, befolgen ihre Anweisungen und denken meistens nicht weiter darüber nach. Es soll ja sogar Zeitgenossen geben die sich plötzlich mitten im Wald wieder gefunden haben oder auch gerne mal entgegen einer Einbahnstraße fahren und dem strengen Polizisten dann erklären das sie ja nichts dafür könnten. Die Stimme hats schließlich gesagt.

Aber um das teilweise stumpfsinnige Verhalten der auf Orientierungshilfe angewiesenen Verkehrsteilnehmer solls hier gar nicht gehen. Viel mehr ist mir Heute, als mein Tom Tom ausgefallen ist, aufgefallen das ich mich überhaupt nicht mehr so gut auskenne wie damals, als ich mir noch nach alter Väter Sitte bewaffnet mit einem Straßenatlas meinen Weg selber suchte.

Damals brauchte ich die ersten zwei drei Male eine Karte auf dem Weg zum Kunden. Danach wusste ich dann Bescheid und fand auch ohne Hilfsmittel mein Ziel. Heute bin ich total vom Navi abhängig. Fällt es aus weiß ich nicht mehr wo ich bin und wie es weiter geht. Das ist ganz schön schlimm. Als mir das Heute passiert ist habe ich eine gute halbe Stunde länger gebraucht. Früher merkte ich mir markante Punkte auf der Route und schenkte den Hinweisschildern wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Heute höre ich nur noch der Stimme zu und konzentriere mich nicht auf den Weg.

Fazit: In Zukunft werde ich wieder mehr auf die Strecke achten und das Navi nur noch bei Neukunden verwenden!

7 Antworten zu “biegen sie rechts ab

  1. Der Preis der Moderne… Du kennst heute auch kaum noch Telefonnummern auswendig. Wenn Dein Handy (mit all den gespeicherten Nummern) kaputt geht, bist Du schlagartig quasi von Deinem sozialen Gefüge abgeschnitten.

    Ich würde trotzdem nicht drauf verzichten wollen – weder aufs Handy, noch aufs Navi, denn beides schont mein Nervenkostüm enorm. Stichwort Psychohygiene ;)

    LG, Neri

  2. Psychohygiene – ein tolles Wort!

  3. du glaubst gar nicht, wohin mich der Navi schon falsch geführt hat. Ich hätte da so einige Male in das Lenkrad beissen können;-)
    Da ich von Natur aus etwas orientierungslos bin, bin ich aber in den meisten Fällen darauf angewiesen und manchmal klappt es auch auf Anhieb.

  4. Dein Beitrag erinnert mich an eine ehemalige Kollegin in der Kalkulation, die anno dazumal jeden Donnerstag ihre Rechenmaschine in die Ecke stellte und im Kopf oder auf Papier rechnete. Könnte sich heute übrigens keiner mehr leisten, der Job wär weg… Ja ja, die guten alten Zeiten… :roll:

  5. ich hab’s neulich schon bei Nila geschrieben – irgendwie verblöden wr durch derlei technischen Geräte.
    Früher hatte ich auch viel mehr Telefonnummern im kopf – das sind (dank Handy) nun deutlich weniger geworden.

  6. Pingback: Ulf - Mehr oder minder täglich Privatkram

  7. Mag schon sein, dass man heutzutage nicht mehr so viel mit seinem Gehirn arbeiten muss… Es wird einem einfach alles leichter gemacht. Aber wer möchte schon auf den Luxus der Bequemlichkeit verzichten? :roll:

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