Das Netz, also kein Fischernetz wie auf dem Foto, auch kein Einkaufsnetz oder ein Haarnetz – ne, das virtuelle Netz, auch bekannt als World Wide Web, Internet, Datenautobahn oder Netzwerk, wurde in der letzten Zeit durch so Artikel wie Wollen wir alle Technorati Freunde werden?, Wir werden die größte Gruppe auf Webnews, Nominiert als weltbester Blogartikel aller Zeiten, Du musst meinen RSS Feed lesen weil.. oder Lasst die Korken knallen! ein ganzes Stück weit engmaschiger.
Wenigstens was mich angeht. Mein google Reader (der Ordner “Blogs”) platzt aus allen Nähten, ich komm kaum noch nach alle neuen Blogs wenigstens kurz zu besuchen und auch die Besucherzahlen meines eigenen Blogs erfahren einen kleinen Anstieg. Auf der einen Seite bin ich über den neuen Lesestoff, den diese fabelhaften Aktionen mir bescheren mehr als begeistert, auf der anderen Seite verliere ich so langsam aber sicher den Überblick. Da verwechsel ich schon mal schnell einen Namen und mache aus dem Matthias einen Micha.
Na ja, ein Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben und ich stelle mich der Herausforderung. Meine erste Überlegung war nämlich mich aus diesen Aktionen auszuklinken als ich feststellen musste das mir das alles ein wenig übers Haupthaar wächst. Nein, im Gegenteil, ich werde in Zukunft sogar versuchen noch einen Schritt weiter zu gehen, in dem ich bei jedem Artikel den ich schreibe zu einem Blog aus meinem Reader verlinke, der mich entweder inspiriert hat, über das gleiche Thema einen Artikel geschrieben hat oder den ich sonst wie mit meinem Artikel in Verbindung bringen kann.Vielleicht ist ja irgendwann “mein” Netz so fein gewoben das es eher wie ein edler Seidenstoff aussieht als wie ein schnödes aus Seilen geklöppeltes Netz.
In diesem Zusammenhang möchte ich mal wieder auf meine Linkliste aufmerksam machen. Dort finden sich eine ganze Menge Weblogs die ich regelmäßig besuche. Um in meine Blogroll zu gelangen bedarf es keiner besonderen Qualifikation. Bei mir erfordert es keine gegenseitige Aufnahme oder die Erfüllung anderer obskurer Kriterien. Wenn mir ein Blog gefällt, sei es inhaltlich, vom Design her oder einfach weil ich gerade Lust habe meine Blogroll zu erweitern wandern Blogs in meine Linkliste. Daher ist meine auch relativ groß. Ich maße mir einfach nicht an über die Qualität, den Sinn oder das Design anderer Blogs eine Wertung abzugeben. Das will ich schließlich auch nicht bei meinem Blog, ich schreib eh was und wie es mir gefällt. Es sei denn ich frage euch explizit nach eurer Meinung!
Außerdem würde es keinem nützen wenn ich nur Websites in meiner Blogroll hätte die mit meiner Sicht der Dinge konform gingen. Das wäre einfach nur langweilig.



” Da verwechsel ich schon mal schnell einen Namen und mache aus dem Matthias einen Micha.” schrubtest Du. Erinnert mich an einen Ausspruch von dieser blonden Hotelerbin mit dem urban klingenden Vornamen, die da spruch: “Ich kenne so viele Menschen, dass ich die Namen einiger meiner Freunde garnicht weiß.” :mrgreen:
Nein, mein Ding ist das nicht. Im Gegenteil, ich findes es bedenklich. Es zeigt es doch die Oberflächlichkeit einer Beziehung. Hmmm, so gesehen haben wir scheinbar ein Beziehung, :redface: denn ich weiß Deinen Namen noch, mein lieber Eierkopp.
sagt:
@Flocke von Kroetengruen: Werte Frau von Kroetengruen, dies hat doch nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Im schlimmsten Fall mit Überlastung der Synapsen. In meinem Fall kommt dann noch ein schlechtes Namensgedächtnis hinzu.
@Luigi: Ich hör grad die Synapsen japsen :mrgreen:
sagt:
Ich weiß, ich weiß, jeder will sich seit langer Zeit immer mehr mit möglichst jedem anderen vernetzen, und zwar auf allen Plattformen, die es gibt; Fotocommunities, Social Networks, Blogrolls und was weiß ich. Ganz ehrlich: das wird mir zu anstrengend und ich mache da auch nur bedingt mit. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese “auf-Teufel.komm-raus-Vernetzerei” oft nur oberflächliches Einsammeln von irgendwelchen Leuten ist.
Und man muss sich um seine virtuellen Freundschaften ja auch noch kümmern und brav bei XING, wkw, facebook, deviantart, technorati, twitter, in deren Blogs, ICQ, Ipernity, Flickr etc. ab und zu mal bei den Jungs und Mädels vorbeischauen, während man seine 250 RSS-Feeds liest und nebenbei kommentieren will/muss.
Und wenn’s drauf ankommt, interessiert sich eh’ keine Sau mehr für einen und fragt allenthalben noch “woher kenn’ ich dich nochmal..?”. Na, Mahlzeit. Abgesehen davon, dass man das vom Zeitaufwand her irgendwann nicht mehr packt, gehe ich lieber nach dem Motto “Qualität statt Quantität” und klicke nicht jeden Stuss an, den mir jemand als neues Social Network unterjubeln will (selbst facebook ist mir schon zu viel…).
Sorry, Luigi, musste mal ‘raus :-)
sagt:
@Martin: Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Auf der einen Seite will jeder mit seinem Blog einen hohen Bekanntheitsgrad, was nun mal über eine starke Vernetzung erreicht werden kann. Auf der anderen Seite leidet dadurch sehr schnell die Qualität des Readers bzw. der eigenen Linklist / Blogroll. Sicherlich erfährt auch meine Blogroll eine gewisse Zensur aber bei weitem nicht so eine hohe wie manch andere. Dies ist nun meine subjektive Einschätzung.
Wegen dieser Problematik der schwindenden Qualität fahre ich eigentlich zweigleisig. Ich hbae z.B: alle Blogs aus der Aktion “Wollen wir alle technorati Freunde werden?” in meinen Reader übernommen, allerdings in einen extra Ordner gepackt, wo ich sporadisch quer lese und nur gelegentlich kommentiere.
Und ich hbae noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen deswegen. Ich habe nun mal meine “Lieblinge”, die ich regelmäßig besuche und die von mir sehr viel Beachtung bekommen, der Rest halt nicht so. Ich denke aber dieses Verhalten ist normal und wenn das nicht normal ist eine gewisse Auslese zu treffen dann bin ich halt crazy